• vom 13.08.2018, 22:02 Uhr

International


Autoproduktion

Autoindustrie ist Ungarns Wachstumsmotor




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  • Eine-Milliarde-Werk: Niedrige Löhne und Subventionen locken Investoren. Nun kommt BMW nach Ostungarn.

Budapest. Ungarn ist attraktiv für die internationale Autoindustrie. Das beweist die jüngste Investition von BMW. Der bayerische Autobauer will um eine Milliarde Euro ein Werk in der ostungarischen Stadt Debrecen bauen. Auf dem ungarischen Markt sind bereits Opel, Audi, Mercedes-Benz und Suzuki präsent.

Ungarn ist ein Standort mit niedrigen Lohnkosten, gut ausgebildeten Arbeitskräften und schwachen Gewerkschaften. Bei der Entscheidung für die Donaurepublik spielen diese Aspekte ebenso eine Rolle wie Subventionen, Steuerermäßigungen und ein dichtes Zulieferer-Netz. "In Ungarn und in anderen Ländern Mittelosteuropas liegen die Löhne nur bei einem Drittel der Löhne in Westeuropa", sagt Csaba Kilian, Generalsekretär des ungarischen Verbandes der Automobilindustrie, im Gespräch mit der Austria Presseagentur. Auch das ungarische Bildungssystem sei bemüht, sich den modernen technischen Herausforderungen anzupassen. Hinzu kämen hohe staatliche Subventionen für den Großinvestor, die sich in kurzer Zeit amortisieren würden, sagt Kilian. In den Regionen, wo sich die großen Autobauer angesiedelt haben, herrsche bereits Arbeitskräftemangel. BMW jedoch werde keine Probleme haben, genügend Arbeitskräfte zu finden, da in der ostungarischen Region um Debrecen die Arbeitslosigkeit vergleichsweise hoch sei.


Mehr als
1000 Arbeitsplätze

Der Autobau macht bereits nahezu ein Drittel aller ungarischen Exporte aus. Das bedeutet umgekehrt auch eine zunehmende Abhängigkeit vom Autobau.

BMW will mit seiner Großinvestition mehr als 1000 Arbeitsplätze schaffen. Jährlich sollen bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrenner-, Elektro- und Hybridantrieben das Werk verlassen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Werks steht noch nicht fest.

General Motors eröffnete als Erster 1991 mit 660 Mitarbeitern sein Opel-Werk in Szentgotthard. 2012 eröffnete Opel mittels einer Investition von 500 Millionen Euro ein neues Motorenwerk mit 800 Arbeitsplätzen und einer Kapazität von 500.000 Motoren im Jahr. Aktuell produziert die Fabrik nach offiziellen Angaben mit 1160 Arbeitnehmern Motoren und Komponenten. Im Vorjahr sah es noch schlecht aus um das Fortbestehen des Werkes, nachdem der französische Automobil-Konzern PSA Opel von General Motors erworben hatte. Die ungarische Regierung nahm Verhandlungen mit den Franzosen auf - Details sind nicht bekannt.

Audi Hungaria Györ wurde 1993 als Tochtergesellschaft der Audi AG gegründet und produziert Motoren für Audi und andere Marken des VW-Konzerns. Im Jahr 2013 weihte das Unternehmen sein neues Werk ein, in dem der komplette Fertigungsprozess abgedeckt ist. Mit der neuen Serienproduktion von Elektroantrieben begann heuer eine neue Ära. Audi Hungaria ist einer der größten Motorenproduzenten weltweit. Mit rund 12.300 Beschäftigten ist Audi der größte Arbeitgeber der Region.

Mercedes-Benz errichtete 2012 mit einem 800-Millionen-Euro-Investment sein Werk nahe der südungarischen Stadt Kecskemet und begann mit rund 4000 Mitarbeitern mit dem Bau von Kompaktmodellen der A- und B-Klasse sowie CLA-Modellen. Im Vorjahr wurden 190.000 Autos hergestellt. In einem Zentrum für duale Ausbildung, das ab September seinen Lehrbetrieb bei Mercedes beginnt, sollen 250 Schüler und Studenten ihre praktische Ausbildung aufnehmen.

Das Werk des japanischen Autoherstellers Suzuki in Esztergom komplettiert seit 1991 die Reihe der Autobauer in Ungarn.




Schlagwörter

Autoproduktion, Ungarn, BMW, Debrecen

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Dokument erstellt am 2018-08-13 17:47:37


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