Auch in der Türkei endet der Patriotismus in der Brieftasche. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan stößt mit seinem Aufruf zum Umtausch von Fremdwährungen in heimische Lira auf taube Ohren. Lokale Investoren bauten in der Woche bis zum 10. August ihre Einlagen in ausländischen Devisen sogar leicht um 0,8 Prozent auf 159,9 Mrd. Dollar (141,2 Mrd. Euro) aus. Das belegen die am Donnerstag veröffentlichte Daten der türkischen Zentralbank.

Die Landeswährung hat seit Jahresbeginn etwa 40 Prozent zum Dollar verloren und fiel zuletzt auf ein Rekordtief. Auslöser der Lira-Krise sind Sorgen von Investoren über den wachsenden Einfluss von Erdogan auf die Wirtschaft und seine Forderungen nach niedrigeren Leitzinsen trotz einer Inflation von zuletzt mehr als 15 Prozent. Dazu belastet der Streit mit dem Nato-Partner USA.

Am Donnerstag erholte sich der Kurs der Lira allerdings. Der Dollar büßte 2,3 Prozent auf 5,83 Lira ein. Börsianer begründeten dies unter anderem mit der Zusage milliardenschwerer Direktinvestitionen aus Katar. Das Emirat stellte 15 Milliarden Dollar in Aussicht.