• vom 17.08.2018, 15:00 Uhr

International

Update: 17.08.2018, 15:21 Uhr

China

Aufruhr bei Google




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  • Die Mitarbeiter wehren sich gegen Zensur-Suchmaschine für den chinesischen Markt.

Google hatte sich 2010 mit fast allen Diensten wegen der Zensur aus China zurückgezogen. - © APAweb, Reuters, Aly Song

Google hatte sich 2010 mit fast allen Diensten wegen der Zensur aus China zurückgezogen. © APAweb, Reuters, Aly Song

San Francisco. Es ist ein äußerst heikles Unternehmen: Medienberichten zufolge arbeitet Google an einer Suchmaschine für den chinesischen Markt, die die Zensurvorgaben der kommunistischen Regierung erfüllen soll. Demnach ist das Projekt "Dragonfly" (deutsch Libelle) seit Frühling 2017 in Arbeit. Es filtere Suchbegriffe mit einem Bezug zu Menschenrechten, Demokratie, Religion und friedlichen Protesten heraus und sei den chinesischen Behörden bereits vorgeführt worden.

In der Google-Belegschaft führten diese Meldungen zu Unruhe. Der Nachrichtenagentur Reuters lag ein interner Aufruf vor, in dem hunderte Mitarbeiter mehr Offenheit und ein Mitspracherecht verlangten. "Wir benötigen dringend mehr Transparenz, einen Sitz mit am Tisch und eine Zusage zu klaren und offenen Abläufen", hieß es in dem Text, über den zuerst die "New York Times" berichtete. "Die Angestellten von Google müssen wissen, was sie bauen." Die Zeitung hatte früher unter Berufung auf Insider von mehreren Angestellten berichtet, die sich wegen des Projekts versetzen ließen oder gar kündigten.


Google-Chef will beruhigen
Google-Chef Sundar Pichai hat nun versucht einzulenken und seinen Mitarbeitern versprochen, mit offenen Karten zu spielen. Es sei "sehr unklar", ob der US-Konzern überhaupt einen solchen Dienst in China anbieten könne oder werde, sagte Pichai nun vor Mitarbeitern laut einer Mitschrift, die Reuters ebenfalls vorlag. "Wir werden auf jeden Fall transparent vorgehen, je näher wir einem tatsächlichen Plan kommen." Der Konzern behandle die Informationen über einige Projekte vertraulich, wenn eine zu frühe Bekanntgabe "Probleme bereiten" könnte.

Google hatte sich 2010 mit fast allen Diensten eben wegen der Zensur aus China zurückgezogen. Doch nun hat der Konzern Interesse an einem Wiedereinstieg in den Milliarden-Markt. China wiederum könnte sich für das Expertenwissen des US-Konzerns interessieren: Google beschäftigt einer Studie der Eurasia Group zufolge etwa die Hälfte der wichtigsten Forscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Chinas Regierung treibt auf diesem Gebiet die technische Entwicklung massiv voran.




Schlagwörter

China, Google, Zensur

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Dokument erstellt am 2018-08-17 15:08:43
Letzte Änderung am 2018-08-17 15:21:47


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