• vom 17.08.2018, 16:52 Uhr

International


Handelskonflikt

EU-Handelsüberschuss mit den USA stieg kräftig an




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  • Im ersten Halbjahr wurde ein Plus von 16 Prozent erzielt. Bei der Leistungsbilanz, in die auch Dienstleistungen einfließen, liegen aber die USA vorne.



Brüssel. (rs) Der Handelsüberschuss der EU-Länder mit den USA hat sich im ersten Halbjahr ungeachtet der scharfen Kritik von Präsident Donald Trump noch einmal deutlich erhöht. Von Jänner bis Juni summierte er sich auf 66,9 Milliarden Euro, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Das sind 10,7 Milliarden Euro oder 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Grund dafür ist vor allem die nach wie vor sehr starke Nachfrage nach in Europa hergestellten Produkten. So wuchsen die EU-Warenexporte in die USA um 3,9 Prozent auf 197,8 Milliarden Euro, während die Importe von dort um 2,4 Prozent auf 130,9 Milliarden Euro schrumpften.

US-Präsident Trump ist das Defizit seines Landes im Warenhandel mit der EU ein Dorn im Auge. Viele Unternehmen, Ökonomen und Politiker fürchten, dass er den US-Markt abschotten und damit den Welthandel bremsen könnte. Auf Stahl- und Aluminium-Importe aus den EU-Ländern wurden bereits höhere Zölle eingeführt. Trump sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zuletzt aber zu, vorerst auf Sonderzölle auf europäische Autos zu verzichten. Stattdessen soll es nun Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren geben.


Die Handelsbilanz ist allerdings nur ein Indikator, um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern oder Staatenblöcken zu beschrieben. Bei der sogenannten Leistungsbilanz, in die alle Transfers mit dem Ausland einfließen - also etwa auch der Handel mit Dienstleitungen und im Ausland erwirtschaftete Arbeitseinkommen -, ist das Verhältnis zwischen den USA und Europa dagegen deutlich ausgeglichener. So haben die USA laut den Analysen des deutschen Ifo-Instituts im ersten Quartal einen Leistungsbilanz-Überschuss von rund 2,4 Milliarden Dollar erzielt. Verantwortlich dafür waren vor allem ein positiver Saldo bei Dienstleistungen in Höhe von 15 Milliarden Dollar und ein Überschuss bei Einnahmen aus Investitionen im jeweils anderen Wirtschaftsraum von 27 Milliarden Dollar.

Neu ist diese Entwicklung freilich nicht. "Die USA haben seit 2008 insgesamt Überschüsse von 115 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet", sagt Ifo-Außenhandelsexperte Gabriel Felbermayr.




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Dokument erstellt am 2018-08-17 17:02:37


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