• vom 23.08.2018, 17:43 Uhr

International

Update: 23.08.2018, 18:06 Uhr

Jackson Hole

Die Asymmetrie der Geldpolitik




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Von Konstanze Walther

  • Beim Treffen der Notenbanker steht das Ende des billigen Geldes oben auf der Tagesordnung.



Der Ort des Symposiums mit Blick auf die Teton-Bergkette der Rocky Mountains.

Der Ort des Symposiums mit Blick auf die Teton-Bergkette der Rocky Mountains.© reuters/Crosby Der Ort des Symposiums mit Blick auf die Teton-Bergkette der Rocky Mountains.© reuters/Crosby

Jackson Hole. Einmal im Jahr, gegen Ende des Sommers, treffen sich Notenbanker, Professoren und Ökonomen im Nationalpark Grand Tetons, im US-Bundesstaat Wyoming. In den Rocky Mountains liegt das Tal Jackson Hole, auf das sich derzeit der Blick der internationalen Finanzmärkte richtet. Denn es sind immer große Themen, die in Jackson Hole gewälzt werden. Doch dieses Jahr ist es besonders spannend. Der Titel des diesjährigen Treffens: "Geänderte Marktstrukturen und deren Implikationen für die Geldpolitik."

Was sich dahinter verbirgt: nichts Geringeres als das Ende des billigen Geldes. Zumindest für die USA. Das hat aber wiederum Auswirkungen auf die ganze Welt - wenn auch auf ein paar Staaten mehr, auf ein paar Staaten weniger. Dummerweise, dass die Staaten, auf die es größere Auswirkungen hat, diejenigen sind, die ohnedies nicht zu den stabilsten Industrienationen gehören.

Märkte verändern sich

Dieses Jahr soll etwa über die Veränderung der Produktionsmärkte gesprochen werden: Denn auch den Notenbankern ist aufgefallen, dass große, multinationale Unternehmen immer mehr Marktmacht gewinnen. Gibt es weniger Teilnehmer in einem Markt, könnte der Wettbewerb in vielen Industrien abnehmen. Das betrifft auch die Notenbanker, denn diese befürchten daraus resultierende niedrigere Investitionen, weniger Arbeitsplätze, verlangsamte Produktivität und verlangsamte Lohnzuwächse. Das bedeutet wiederum, dass sich die Preisbildung in den Volkswirtschaften verändert. "Wenn sich die Preisbildung verändert, werden sich die Inflationsbewegungen ebenfalls verändern", heißt es von der Notenbank in Kansas, die das Treffen in Jackson Hole ausrichtet. Die regionale Fed weist darauf hin, dass damit die Notenbanken ihre Mechanismen in ihren jeweiligen Ländern sowie die transnationale Zusammenarbeit anpassen müssen.

Man darf kurzfristig gespannt sein, was davon der Chef der zentralen US-Notenbank, Jerome Powell, am Freitag in seiner Rede ansprechen wird. Denn die Fed ist derzeit auf dem Kurs der kontinuierlichen Erhöhung der Leitzinsen - dieses Jahr waren es schon zwei Anhebungen, für September wird die nächste erwartet. Das wäre der achte Zinsschritt seit Ende 2015. Manche rechnen sogar im Dezember mit dem übernächsten Schritt.

Doch in der Zwischenzeit ist es zu immer stärkeren Verwerfungen auf den internationalen Märkten aufgrund dieser US-Geldpolitik gekommen. Marktteilnehmer beklagen sich bereits, dass der Dollar gegenüber den Währungen von Schwellenländern viel zu stark sei. Damit könnten die USA in Exportmärkten ins Hintertreffen gelangen.




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Dokument erstellt am 2018-08-23 17:53:47
Letzte Änderung am 2018-08-23 18:06:42


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