Wolfsburg. Der von der US-Justiz zur Aufarbeitung des Abgasskandals bei Volkswagen eingesetzte Aufpasser Larry Thompson ist mit der Zurückhaltung bei bestimmten Informationen nicht einverstanden. In einem am Montag veröffentlichten ersten Zwischenbericht wurden auch zwei Verstöße gegen die Auflagen festgestellt. Thompson beklagte in seinem Bericht, das Unternehmen habe unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis und den Datenschutz Schwärzungen in Dokumenten vorgenommen. Volkswagen habe Nachbesserungen zugesagt.

Aufgabe des früheren US-Staatssekretärs Thompson und seines rund 60-köpfigen Teams ist es, Volkswagen drei Jahre lang auf die Finger zu schauen, damit sich kriminelles Verhalten wie im Abgasskandal nicht wiederholt. Im Detail: Der Kontrolleur überwacht, ob der Autobauer den mit den US-Behörden geschlossenen Milliardenvergleich einhält. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in den USA die Abgasreinigung von Autos mit Dieselmotor manipuliert und so Kunden und Behörden betrogen zu haben.

Laut Recherchen von NDR wurde Volkswagen-Chef Herbert Diess früher als bisher bekannt über den Dieselbetrug des Unternehmens informiert. Der ehemalige Leiter für Produktsicherheit, Bernd Gottweis, habe in seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig angegeben, am 14. September persönlich Diess informiert zu haben, also vier Tage vor Offenlegung des Dieselskandals durch die US-Behörden. Diess hatte damals angegeben, er sei von der Enthüllung völlig überrascht worden.