• vom 28.08.2018, 17:03 Uhr

International


Wirtschaftspolitik

Die ungeliebten Investoren aus China




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Von Johannes Mayerhofer

  • Nach den USA und Australien planen nun auch einige europäische Staaten Restriktionen gegen die chinesischen Expansionen am Technologiemarkt. Experten bezweifeln allerdings die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

China will bis 2025 von der "Werkbank der Welt" zur Hightech-Volkswirtschaft werden.

China will bis 2025 von der "Werkbank der Welt" zur Hightech-Volkswirtschaft werden.© afp China will bis 2025 von der "Werkbank der Welt" zur Hightech-Volkswirtschaft werden.© afp

Peking/Berlin. Riesige Fabrikhallen, in denen Legionen an chinesischen Arbeitern am Fließband stehen und mit einfachen Handgriffen billige Elektrogeräte und Kinderspielzeug für den Westen produzieren: Geht es nach der chinesischen Führung, sollen solche Bilder in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören. Mit dem 2015 gestarteten Programm "Made in China 2025" will sich die asiatische Wirtschaftsgroßmacht von der "Werkbank der Welt" zur hoch technologisierten Volkswirtschaft wandeln, in der zahlreiche nationale Champions den etablierten Weltmarktführern wie etwa Apple oder Tesla Paroli bieten. Erreicht soll dieses Ziel nicht nur durch massive staatliche Subventionen werden. Um Zufluss und Verfügbarkeit von Know-How zu sichern, sieht die Strategie auch Investitionen in Schlüsselindustrien und Hochtechnologiebranchen vorrangig in den USA, Australien und der EU vor. Dort regt sich aber zunehmend Unmut und Widerstand gegen diese Vorgehensweise.

Deutschland für einfacheres
Veto gegen Investitionen
Während die USA bereits seit Längerem ihre schützende Hand über das "Silicon Valley" halten, ergreifen nun europäische Staaten ebenfalls Maßnahmen gegen chinesische Anteilskäufe. Vorrangig natürlich jene Staaten, welche über die fortschrittlichsten Industriebranchen verfügen.


In Deutschland sind die Chinesen schon seit Jahren stark involviert. Allein im ersten Halbjahr 2018 haben sie dort 10 Milliarden Dollar für Firmenbeteiligungen ausgegeben, so eine Studie der Unternehmensberatung EY. Im Moment läuft der Kauf des bayerischen Autozulieferers Grammer. Erst im Juli musste die deutsche Regierung mit einer Milliarde Euro einspringen, um die Übernahme des Netzbetreibers 50Hertz durch einen chinesischen Investor zu verhindern. Es gibt auch Beispiele aus anderen EU-Staaten, wie der chinesische Aufkauf des französischen Computerspieleherstellers Ubisoft.

Nun versucht die deutsche Regierung die Bremse zu ziehen und möchte die Schwelle für ein staatliches Veto gegen Investitionen aus Drittländern absenken. War dies bisher nur bei Anteilskäufen von mindestens 25 Prozent erlaubt, sollen es künftig 15 Prozent sein. Doch ist diese Maßnahme effektiv? "So etwas hat maximal Signalwirkung", relativiert Ökonom Rolf Langhammer. Er ist Professor am Kieler Institut für Weltwirtschaft und überzeugt davon, dass Europa gegenüber China niemals die harte Haltung der USA einnehmen wird. "Natürlich kann man diese Regelung leicht umgehen, etwa indem man Anteilskäufe auf mehrere Investoren aufteilt", erklärt der Volkswirt.

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Dokument erstellt am 2018-08-28 17:11:58


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