• vom 30.08.2018, 10:57 Uhr

International

Update: 30.08.2018, 11:03 Uhr

Deutschland

Durchsuchung bei DZ Bank wegen Cum-Ex-Geschäften




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, Reuters

  • Die Bank soll den deutschen Staat durch Börsengeschäfte um 131 Millionen Euro geschädigt haben.

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt am Main.

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt am Main.© APAweb / dpa, Arne Dedert Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt am Main.© APAweb / dpa, Arne Dedert

Frankfurt. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Mitte Juli die deutsche DZ Bank im sogenannten Cum-Ex-Skandal durchsucht. Eine Sprecherin des Zentralinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Demnach waren am 11. Juli zwei Dutzend Ermittler wegen Aktiengeschäften zulasten des Fiskus im Einsatz.

Die DZ Bank soll den deutschen Staat mit diesen Börsengeschäften nach Berechnungen der Finanzbehörden um 131 Millionen Euro geschädigt haben. Laut "SZ" hat die zweitgrößte Deutsche Bank inklusive Zinsen inzwischen 149 Millionen Euro an den Fiskus gezahlt und damit den Schaden ausgeglichen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern.

Ermittelt wird gegen vier Börsenhändler des Instituts. Zwei der vier Händler hat die DZ Bank schon vor Längerem fristlos gekündigt. Von ihnen verlangt die Bank nach eigenen Angaben Schadenersatz. Bei den anderen beiden Verdächtigen soll eine Trennung rechtlich bisher nicht möglich gewesen sein. Sie sollen aber längst in anderen Bereichen arbeiten. Die DZ Bank hat ihren Angaben zufolge den Eigenhandel mit Aktien bereits 2012 eingestellt.

Bis 2012 hatten zahlreiche Banken und Börsenhändler beim Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividende eine Regelungslücke ausgenutzt. Insgesamt soll der deutsche Fiskus dadurch Schätzungen zufolge um mehr als 10 Mrd. Euro betrogen worden sein. Deutschlandweit laufen zahlreiche Ermittlungen, die viele Banken aus dem In- und Ausland betreffen. Bei der DZ Bank flogen mutmaßlich kriminelle Deals bei einer Prüfung durch die Finanzbehörden im Jahr 2013 auf. 2016 hat die Bank sämtliche auch mit Hilfe externer Prüfer erstellten Untersuchungsberichte den Behörden zur Verfügung gestellt. Diese Berichte reichten den Ermittlern aber offenbar nicht aus, weshalb es nun zu der Razzia bei der DZ Bank kam.





Schlagwörter

Deutschland, DZ Bank, Aktien

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-30 10:58:52
Letzte Änderung am 2018-08-30 11:03:03


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Gusenbauer in Not
  2. Reform der Finanzaufsicht soll im Oktober paktiert sein
  3. Die Früchte der Dürre
  4. Zweifacher Schock ohne Folgen
  5. OMV braucht neues Wachstumsziel
Meistkommentiert
  1. Die zehn verlorenen Jahre nach der Lehman-Pleite
  2. Zoll-Lawine rollt über China
  3. Selbstlernende Telefone
  4. Die Früchte der Dürre
  5. Neue Meinl-Klage: Für Österreich geht’s um fast 400 Millionen

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung