• vom 30.08.2018, 17:30 Uhr

International

Update: 31.08.2018, 08:58 Uhr

Pflege

Aufopferung im Namen der Berufung




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (19)
  • Drucken
  • Leserbrief





Es geht um einer Erhöhung der Grundversorgung . . .

Der Kuchen ist groß genug für gute Pflege. Es ist mir ein Rätsel, warum die Menschen das nicht verstehen. Oder warum so widerwillig für Pflegedienste bezahlt wird. Früher oder später ist jeder auf professionelle Hilfe angewiesen. Ich vergleiche das immer mit der Kfz-Versicherung, die zahlen die Leute sehr gerne. Um eine hoch qualifizierte Pflege für alle zu gewährleisten, müssten wir sogar weniger zahlen als für die Versicherung eines Autos.



Dass Pflege im Alter jeden angeht, leuchtet ein, aber warum sollten sich Kinderlose für eine gute Kinderpflege interessieren?

Wegen den positiven Nebeneffekten. Jeder in der Gesellschaft profitiert von gut versorgten Kindern. Das bedeutet weniger Vandalismus, bessere Arbeitnehmer und ermöglichen uns die Pensionszahlungen im Alter. Und in solchen Fällen, in denen alle in der Gesellschaft profitieren, ist es üblich, dass die öffentliche Hand sie bereitstellt. Stellen Sie sich vor, die Straßenbeleuchtung würde nur von den direkten Nutzern bezahlt werden!

Jeder ist direkt oder indirekt betroffen, alle profitieren. Wo ist der Knackpunkt, weshalb zahlen wir nicht mehr für Pflege?

Einerseits lehnen wir uns als Gesellschaft zurück im Wissen, es gibt Menschen, vor allem Frauen, die sich auch unbezahlt um Kinder, Alte und Kranke kümmern. Außerdem herrscht die Meinung vor, dass Pflege keine richtige Fertigkeit ist, die entsprechende Qualifikation und Bezahlung benötigt. Nach dem Motto: Das kann doch jeder. In einigen Ländern gibt es Ausnahmen, dort haben Kindererzieher zum Teil recht hohe Qualifikationen und werden auch relativ gut bezahlt. In dem Sektor gibt es aber dann auch oft eine Hierarchienbildung. Ein paar, die hoch qualifiziert sind, verdienen relativ gut - und die vielen anderen eben nicht. Da gibt es Angestellte in Kinderheimen mit Lehrergehältern und andere, die gerade einmal den Mindestlohn bekommen. Und oft erledigen beide dieselbe Arbeit. Eine bessere Qualifikation von Pflegedienstleistern würde also helfen.

Würde die Akademisierung von Pflegeberufen helfen, den Notstand zu beseitigen?

Potenziell ja, so lange diejenigen, die bereits in dem Sektor arbeiten, auch ihre praktisch erworbenen Fähigkeiten anerkannt bekommen. Es gibt nämlich sehr gute Pflegerinnen und Pfleger, die am Papier nichts vorweisen können. À la longue wäre es aber wichtig, zu gewährleisten, dass diese Menschen sich qualifizieren und dass Pflege eine Fachkunde mit entsprechender Entlohnung ist, wie bei einem Mechaniker etwa auch.

Würde es zu mehr Wertschätzung beitragen, wenn Pflege in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts einfließt?




zurück zu Seite 1 weiterlesen auf Seite 3 von 4




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-30 17:42:01
Letzte Änderung am 2018-08-31 08:58:23


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Bei Vögele schließen bis Ende September weitere 16 Filialen
  2. Die neue Freiheit des Hufschmieds
  3. Michael Kors kauft Versace
  4. Deutscher Diesel-Deal
  5. BIP wächst weniger stark als erwartet
Meistkommentiert
  1. Die zehn verlorenen Jahre nach der Lehman-Pleite
  2. Zoll-Lawine rollt über China
  3. Die Früchte der Dürre
  4. Selbstlernende Telefone
  5. Neue Meinl-Klage: Für Österreich geht’s um fast 400 Millionen

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung