• vom 31.08.2018, 21:33 Uhr

International


Börse

Schwellenländer mit massiven Kursverlusten




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    Neu-Delhi/Buenos Aires. Die indische Währung hat am Freitag ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Dollarkurs lag bei 71 Rupien, damit war eine Rupie gegenüber dem Dollar so wenig wert wie noch nie. Händler sagten, dass die indische Zentralbank wahrscheinlich sporadisch Dollar in kleinen Beträgen über staatliche Geldhäuser verkaufe.

    Das Schwellenland leidet genauso wie Südafrika, Argentinien, Mexiko, Brasilien und Russland unter dem Kursverfall der türkischen Lira. Die Aussicht auf eine Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China verdarb Devisenhändlern die Laune.


    "Wir haben unseren Gott"
    Türkeis Finanzminister Berat Albayrak kündigte am Freitag weitere Schritte gegen den Lira-Verfall an und warf den internationalen Ratingagenturen vor, die Banken seines Landes schlechtzureden. Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem "Wirtschaftskrieg" des Westens gegen die Türkei. "Wenn sie ihre Dollar haben, haben wir unseren Gott", sagte er vor Journalisten. "Sie können die Türkei nicht mit Dollar ins Wanken bringen." Hintergrund der Krise hier ist auch ein Streit zwischen den Regierungen in Ankara und Washington wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei. Die USA haben deswegen Sanktionen verhängt.

    In Argentinien plant die Regierung unterdessen nach dem rasanten Verfall der Landeswährung Peso eine Reihe wirtschaftspolitischer Notmaßnahmen. Diese sollen am Montag vorgestellt werden, wie Finanzminister Nicolas Dujovne ankündigte. Demnach soll mit den Schritten das Haushaltsdefizit gesenkt werden, damit die Regierung weniger abhängig von den Kreditmärkten werde. Dort wuchs zuletzt die Furcht der Anleger vor Zahlungsschwierigkeiten des südamerikanischen Landes, das mehr als 200 Milliarden Dollar (171 Milliarden Euro) Schulden im Ausland hat. Vor der Ankündigung des Ministers hatte bereits die Notenbank im Kampf gegen den Peso-Verfall eine Erhöhung des Leitzinses um 15 Punkte auf 60 Prozent beschlossen.

    Überdies macht die zunehmende Attraktivität des Dollars den Schwellenländern zu schaffen. Anleger ziehen ihre Gelder aus aufstrebenden Staaten ab und investieren in US-Vermögenswerte, weil die US-Zinsen steigen.




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    Dokument erstellt am 2018-08-31 17:20:50


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