• vom 31.08.2018, 22:31 Uhr

International


USA

Gespräche über Nafta-Reform geplatzt




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  • Vorerst kein neues Freihandelsabkommen zwischen Kanada und den USA. Amerika setzt vorerst auf ein bilaterales Abkommen mit Mexiko.

Washington/Ottawa. Die Gespräche über ein neues nordamerikanisches Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kanada (Nafta) sind vorerst gescheitert. Präsident Donald Trump habe den Kongress über die Absicht unterrichtet, anstelle des Abkommens der drei Länder USA, Mexiko und Kanada künftig auf ein bilaterales Abkommen mit Mexiko zu setzen, teilte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Freitag mit.

Dennoch sollen die Gespräche mit Kanada am Mittwoch nächster Woche fortgesetzt werden. Ziel sei es, eine Vereinbarung in 90 Tagen zu unterzeichen. Die kanadische Chefunterhändlerin, Außenministerin Chrystia Freeland, äußerte sich erst nach Redaktionsschluss.


Aber wer wäre Gewinner und wer Verlierer der Nafta-Reform? Um die Frage zu klären, hilft ein Blick auf die Neuerungen, etwa im Autobereich: Autos sollen künftig, wenn sie zollfrei bleiben sollen, zu 75 Prozent aus Teilen bestehen, die in den USA oder Mexiko produziert wurden. Im Nafta-Abkommen von 1994 sind es lediglich 62,5 Prozent. Das hilft vor allem der lokalen Produktion. Wenig erfreut dürften hingegen Produzenten aus Asien sein. Des Weiteren muss ein Wagen zu 40 bis 45 Prozent aus Regionen kommen, in denen Stundenlöhne von wenigstens 16 Dollar - knapp 14 Euro - gezahlt werden. Diese Regelung nützt einerseits den mexikanischen Beschäftigten. Andererseits soll den amerikanischen Autoteile-Produzenten die Billiglohnkonkurrenz vom Hals gehalten und die Abwanderung nach Mexiko erschwert werden.

Auf die Option von Strafzöllen möchte Trump nicht verzichten. In einer Nebenvereinbarung, die formal nicht Teil des Abkommens ist, wird den USA erlaubt, Preisaufschläge bei mexikanischen Fahrzeuge zu erheben, sollten die jährlichen Importe die Zahl von 2,4 Millionen übersteigen. Diese Zahl liegt allerdings deutlich über den mexikanischen Exporten des vergangenen Jahres und lässt der dortigen Industrie Raum für Wachstum.

Nach dem Abschluss der Verhandlungen mit Mexiko, wurde von US-Seite eine Einigung mit Kanada für Freitag finalisiert. Ein Streitpunkt mit Kanada ist die protektionistische Politik des Landes gegenüber seiner rund 16,3 Milliarden Dollar schweren Milchwirtschaft. Auch hier avisierte Trump die Einführung von Zöllen auf kanadische Autos, sollte keine Verhandlungslösung in Sicht sein.

Trump hat den Vorschlag der EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström abgelehnt, Autozölle zwischen der EU und den USA gänzlich abzuschaffen. Außerdem wiederholte er seine Verbalattacke von vor einigen Wochen, die EU sei "fast so schlimm wie China. Nur eben kleiner".

Gegenüber China will Trump möglicherweise schon in der nächsten Woche Strafzölle auf eine Warenmenge im Wert von 200 Milliarden Dollar erheben.




Schlagwörter

USA, Mexiko, Nafta, Kanada, Zölle, Donald Trump

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-31 17:20:50
Letzte Änderung am 2018-08-31 22:26:50


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