• vom 06.09.2018, 19:45 Uhr

International

Update: 06.09.2018, 22:17 Uhr

Kaufhof

Warenhaus-Fusion führt zu Kahlschlag bei Kaufhof




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  • 5000 von 20.000 Arbeitsplätzen dürften bei Kaufhof im Falle einer Zusammenlegung mit Karstadt wegfallen.

Düsseldorf. Die Fusion der beiden deutschen Warenhausketten Kaufhof und Karstadt wird nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu einem Kahlschlag beim Kaufhof-Personal führen. Beim Kaufhof würden im Zuge der Zusammenlegung mit dem Konkurrenten 5000 der 20.000 Arbeitsplätze gestrichen, berichtete das Blatt am Donnerstag.

Auf die verbleibenden Mitarbeiter komme ein Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen zu.


Der Karstadt-Eigner Rene Benko aus Österreich und seine Signa-Holding sowie der kanadischen Kaufhof-Eigner HBC hatten sich bereits Anfang Juli auf eine Zusammenlegung der beiden Ketten verständigt. Nun stimmten auch die Banken der Transaktion zu, sagten mehrere Insider am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Blockade sei bei den Verhandlungen nicht im Raum gestanden. Bereits Ende August hieß es, eine endgültige Einigung auf die Fusion sei nur noch eine Frage von Wochen. Ein HBC-Sprecher wollte diese Angaben nicht kommentieren und verwies auf frühere Erklärungen des Konzerns.

Signa sollte 50,1 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens und damit auch die Führung des neuen deutschen Warenhausriesen übernehmen. Es sollten nicht nur Anteile an Kaufhof, sondern auch die von HBC in den Niederlanden gegründete neue Warenhauskette Hudson’s Bay und der europäische Ableger der Outlet-Kette Saks Off 5th einfließen. Beide gelten als wenig erfolgreich.

HBC-Verwaltungsratschef Richard Baker sicherte den Geldhäusern bereits Mitte August zu, sich innerhalb von zwei Monaten mit Benko auf eine Fusion unter Führung von Karstadt zu einigen. Eine finale Abstimmungsrunde wird für Ende der ersten Septemberwoche erwartet.

Zeit drängt für Kaufhof-Mutter
Die Zeit drängt: Denn ein von der Landesbank LBBW geführtes Bankenkonsortium setzt nach einem Zeitungsbericht den nordamerikanischen Kaufhof- Mutterkonzern unter Druck. Das Konsortium habe HBC eine Frist gesetzt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Bis Ende September müssten die Nordamerikaner demnach Bedingungen aus einem Kreditvertrag erfüllen. Geschehe dies nicht, könnte die LBBW eine Zahlungsforderung in Höhe von 1,34 Milliarden Euro an HBC stellen. Mit der Summe war vor knapp drei Jahren der Kauf von 41 Kaufhof-Immobilien finanziert worden.

HBC würde bei der Fusion mit Karstadt voraussichtlich knapp eine Milliarde Euro für Benkos Anteil am operativen Geschäft und den Warenhaus-Immobilien zufließen.

Karstadt und Kaufhof stehen vor allem wegen des wachsenden Online-Handels unter Druck. Im August berichteten Medien noch, dass die insgesamt rund 37.000 Arbeitsplätze weitestgehend erhalten bleiben sollen. Zusammen soll man "Europäischen Warenhaus AG" heißen.

Benko versucht seit Jahren, den angeschlagenen Kaufhaus-Konzern zu übernehmen. Der Immobilieninvestor hat in Österreich erst kürzlich die angeschlagenen Möbelketten Kika und Leiner von Steinhoff übernommen.

Die möglichen Stellenstreichungen bei Kika/Leiner, die Teil der Restrukturierung unter dem neuen Eigentümer, der Signa Holding von Benko, sind, treffen rund ein Fünftel der österreichischen Belegschaft.




Schlagwörter

Kaufhof, Karstadt, Rene Benko, HBC, Signa

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-06 17:20:56
Letzte Änderung am 2018-09-06 22:17:57


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