Geeinigt haben sich Trump und Kanadas Premier Trudeau - hier auf einem Bild vom Juni - nach harten Verhandlungen. - © afp/Geoff Robins
Geeinigt haben sich Trump und Kanadas Premier Trudeau - hier auf einem Bild vom Juni - nach harten Verhandlungen. - © afp/Geoff Robins

Washington/Ottawa. (klh) Nafta - das war immer schon mehr als ein Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Für viele Anhänger des Freihandels war das vor knapp einem Vierteljahrhundert unterzeichnete Dokument ein Symbol für den Siegeszug der Globalisierung, für die Ära der über die Landesgrenzen vernetzten, freien Märkte.

Und genau deshalb war es für US-Präsident Donald Trump mitschuldig am Niedergang der US-Industrie. Für ihn war Nafta einer dieser Verträge, der den USA Handelsdefizite und die Abwanderung von Jobs in Billiglohnländer einbringt. Deshalb war eines der Versprechen des Republikaners und eines der Ziele der Präsidentschaft: Nafta muss weg!

Tatsächlich hat es Trump nun geschafft, einen neuen Pakt zwischen den drei Partnern zu erstreiten. Möglich wurde das durch eine in letzter Sekunde erzielte Einigung mit Kanada. Sonntagabend hatte dessen Premier Justin Trudeau sein Kabinett noch einmal zusammengetrommelt; wenige Minuten vor Ablauf der Frist um Mitternacht (sechs Uhr mitteleuropäischer Zeit) hatte man sich dann geeinigt.

Druck auf Kanada

Auf Kanada lastete dabei immenser Druck: Mit Mexiko hatten sich die USA bereits Ende August geeinigt. Die beiden Länder waren bereit, ihr Abkommen auch ohne Kanada durchzuboxen. Das mit 36 Millionen Einwohnern bei weitem kleinste Land in dem Dreierbund drohte damit, isoliert zu werden.

Nafta regelt eine der größten Freihandelszonen der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Wirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar ab. Das Handelsvolumen der USA mit den beiden Nachbarstaaten hat sich seit 1994 mit dem Inkrafttreten von Nafta auf 1,3 Billionen Dollar fast vervierfacht.

Das neue Abkommen, das noch vor Jahresende ratifiziert werden soll, darf nun nicht mehr Nafta heißen - was auf einer symbolischen Ebene ganz wichtig für Trump war. Der Name der Vereinbarung lautet USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA). Es handelt sich dabei um eine modifizierte Neuauflage von Nafta.

Allerdings gibt es doch in mehreren Vertragspunkten offenbar Änderungen, und vor allem zwei davon kann Trump als Erfolg verbuchen: So hatte er immer wieder dagegen gewettert, dass Kanada seinen Markt gegenüber den US-Farmern abschotten würde. Es ging dabei etwa um Preislisten für Magermilch, die laut Vertretern der US-Landwirte so konzipiert waren, dass der Markt in der Hand der kanadischen Bauern blieb. Nun sollen diese Aufstellungen ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des neuen Abkommens gestrichen werden, wodurch nun Milchbauern aus den USA einen besseren Zugang zum kanadischen Markt erhalten.