William D. Nordhaus ist Umwelt- und Klimaökonom. - © reuters
William D. Nordhaus ist Umwelt- und Klimaökonom. - © reuters

Stockholm/Washington. Der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel geht in diesem Jahr an die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt.

Nordhaus und Romer werden gemeinsam für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation ausgezeichnet. Ihre Forschung habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen, erklärte die Akademie. Beide lehren an bekannten US-Universitäten. Der 1941 geborene Nordhaus ist Professor an der Yale University, Romer, Jahrgang 1955, arbeitet an der Stern School of Business der New York University.

Paul M. Romer wird für Innovationsforschung geehrt. - © ap
Paul M. Romer wird für Innovationsforschung geehrt. - © ap

Vor allem Nordhaus hat sich als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie einen Namen gemacht. Dabei geht es etwa um die Frage, wie sich wirtschaftliches Wachstum mit einem möglichst effizienten und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen kombinieren lässt.

Auch die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Klima spielen eine große Rolle - Nordhaus konstruierte etwa spezielle Modelle, die die Wechselwirkungen beider Systeme untereinander analysieren. Er ist auch Mitglied der US-Wissenschaftsakademie und beriet das Parlament sowie die US-Regierung in Washington in vielen Wirtschaftsfragen.

Klimaschutz "nicht so schwierig wie gedacht"

Romer blickt neben seiner akademischen Laufbahn ebenfalls auf eine längere Berater-Karriere zurück. Er beschäftigte sich zum Beispiel mit Problemen der Wirtschaft in Entwicklungsländern, den besonderen Effekten der Verstädterung auf das Wachstum dort, Folgen technischer Neuerungen sowie der Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands. Seit September 2016 ist er außerdem Chefökonom der Weltbank.

Romer sorgte mit seinem Vorschlag für sogenannte Charter Cities in strukturschwachen Ländern für viel Aufsehen. Verkürzt dargestellt schlug er vor, dass ein nicht besiedeltes Stück Land von der Regierung eines armen Landes an eine ausländische Regierung eines reichen Staates abgegeben werden sollte, um so eine Sonderzone zu schaffen, in der ein Wachstumsmotor entstehen könnte. Als Beispiel zog Romer Hongkong unter britischer Kolonialherrschaft heran.

Während der Bekanntgabe des Preises gab sich der Volkswirt zuversichtlich, dass die Menschheit ihre CO2-Emissionen reduzieren könne. "Es ergeben sich dabei einige Einschränkungen. Aber wenn wir einmal damit anfangen und versuchen, weniger Kohlendioxid freizusetzen, werden wir erstaunt sein, dass es nicht so schwierig ist wie gedacht."

Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (862.000 Euro) dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968. Verliehen wird er zusammen mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

Seit der ersten Verleihung wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Nur ein Österreicher wurde bisher geehrt: Friedrich August von Hayek wurde 1974 für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie und seine Analysen der wechselseitigen Abhängigkeit von wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Verhältnissen geehrt.