Washington. Die weltweite Konjunktur verliert an Fahrt. Angesichts wachsender Risiken erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2018 und 2019 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent, wie aus einer am Dienstag vorgelegten Prognose der UNO-Sonderorganisation hervorgeht. Zuletzt waren die Ökonomen noch von jeweils 3,9 Prozent ausgegangen. Erhöht wurde die Prognose für Österreich.

Das Plus des österreichischen Bruttoinlandprodukts (BIP) soll heuer real 2,8 Prozent betragen, geht aus dem am Dienstag im indonesischen Nusa Dua vorgestellten neuen World Economic Outlook hervor. Im Frühjahr hatte der IWF für Österreich ein Plus von 2,6 Prozent prognostiziert. Kommendes Jahr soll das Wachstum 2,2 Prozent betragen, um 0,3 Prozentpunkte mehr als im April prognostiziert.


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World Economic Outlook
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Schwächere Industrieproduktion

Schwächer soll jedoch die Wirtschaft des wichtigsten Handelspartners Deutschland wachsen. Heuer und 2019 sehen die IWF-Experten für Deutschland ein BIP-Wachstum von 1,6 Prozent, das sind um 0,6 bzw. 0,1 Prozentpunkte weniger als in der April-Prognose. Gründe dafür sind dem Währungsfonds zufolge ein sich abkühlendes Exportgeschäft und eine schwächere Industrieproduktion.

Der IWF führt als Gründe für seinen eingetrübten Wachstumsausblick neben den "negativen Effekten" von handelspolitischen Maßnahmen auch die zunehmenden Schwierigkeiten für eine Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern an - darunter verschärfte Finanzierungsmöglichkeiten durch teurer werdende Kredite und höhere Ölpreise.

"Die Wahrscheinlichkeit weiterer negativer Schocks für unsere Wachstumsvorhersage ist gestiegen", sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld bei der Vorstellung des Berichts. "Das Wachstum wird von nicht nachhaltigen politischen Maßnahmen getrieben", fügte er vor allem mit Blick auf die USA hinzu. Obstfeld beklagte auch die ungerechte Verteilung des Wachstums. "Nicht nur hat sich der langfristige Wachstumstrend in Industrieländern abgeschwächt, die magerer werdenden Vorteile sind auch noch vorrangig bei denen gelandet, denen es relativ gut geht", kritisierte er.

 US-Steuerentlastungen

Die USA profitierten zunächst von den Steuerentlastungen der Trump-Regierung. Heuer rechnet der Fonds mit einem Wachstum von 2,9 Prozent. 2019 entpuppten sich aber die jüngsten US-Importzölle auf chinesische Produkte im Umfang von 200 Milliarden Dollar (174,25 Mrd. Euro) zur Belastung. Die Wirtschaftsleistung werde dann um 2,5 Prozent zulegen, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als zunächst angenommen. 2020 und danach werde das US-Wachstum weiter abbröckeln.