Frankfurt am Main. Nach einer schwachen Vorwoche haben die Leitbörsen Europas den Handel zum Start der neuen Woche mit höheren Notierungen beendet. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,50 Prozent auf 3.210,37 Einheiten. Auch der britische FTSE-100 Index stieg um 0,48 Prozent auf 7.029,22 Punkte.

In der vergangenen Woche hatten Sorgen um rascher steigende US-Leitzinsen sowie höhere US-Anleihenrenditen für einen klaren Abverkauf an den internationalen Märkten gesorgt. Ein erster Erholungsversuch am Freitag scheiterte, am heutigen Montag gelang den Märkten dagegen nach einem schwachen Start im Verlauf der Sprung in den grünen Bereich.

Händler bauen angesichts der weiter schwelenden zahlreichen Unsicherheitsfaktoren aber nicht auf eine längerfristige Erholung. So bleibt der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter im Visier der Anleger und auch die umstrittenen Haushaltspläne der Italiener bereiten den Investoren keine Freude. Das Land muss seinen Entwurf nun zur Überprüfung bei der EU-Kommission einreichen. Italien ist hoch verschuldet, will aber noch mehr Schulden machen.

Verschärft hat sich am Wochenende zudem die Angst vor einem Brexit ohne Deal. Bei dem Sondertreffen am Sonntagabend zwischen dem britischen Brexitminister Dominique Raab und EU-Chefverhandler Michel Barnier gab es keine Einigung. Ein für Montag angesetztes Treffen auf EU-Expertenebene zu den Brexit-Verhandlungen wurde abgesagt, hieß es in EU-Ratskreisen. Bis zum wichtigen EU-Brexit-Gipfel am Mittwoch herrscht damit Stillstand.

Unternehmensseitig bleiben wesentliche Nachrichten Mangelware. Kursverlierer waren im Euro-Stoxx-50 die beiden Luftfahrtwerte Airbus (minus 2,44 Prozent) und Safran (minus 1,19 Prozent).

Klar im Plus schlossen dagegen Bayer mit plus 2,59 Prozent. Der Pharmakonzern Bayer erwägt eine Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten. Vorstandschef Werner Baumann habe Ende September auf einer Betriebsversammlung in Leverkusen über das schwächer werdende Wachstum des Pharmageschäfts gesprochen und Gedanken geäußert, dass Ausgaben für die Forschung nach außen verlagert werden könnten, erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsrat.

Die Aktien des französischen Industriekonzerns Alstom zogen zudem um 2,69 Prozent an, nachdem die Analysten der Deutschen Bank eine Kaufempfehlung für die Papiere ausgesprochen hatten. Knapp dreieinhalb Monate vor der Entscheidung der EU-Kommission zum geplanten Zusammenschluss mit Siemens Mobility sei es an der Zeit, die Aktien-Story zu überdenken, begründeten die Analysten ihr Kaufvotum.