• vom 16.10.2018, 17:39 Uhr

International


Microsoft

Programmieren und Rock ’n’ Roll




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist mit 65 Jahren an Krebs gestorben. Als die Idee, dass auf jedem Schreibtisch ein Computer stehen könnte, noch verlacht wurde, hatte der Visionär schon Ideen zum Smartphone.

Paul Allen (l.) und Bill Gates 1981: Microsoft liefert die Software für IBM Computer. - © dpa

Paul Allen (l.) und Bill Gates 1981: Microsoft liefert die Software für IBM Computer. © dpa

Allen war Besitzer einiger US-Profisportteams.

Allen war Besitzer einiger US-Profisportteams.© ap Allen war Besitzer einiger US-Profisportteams.© ap

Seattle/Redmond. (ast) Er war IT-Pionier, Sportmäzen, Musiker und Philanthrop: Microsoft-Mitgründer Paul Allen hatte in seinem Leben viele Interessen und Wirkungsgebiete. Nun ist der Freund und ehemalige Geschäftspartner von Bill Gates mit 65 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Bereits in den 80er Jahren war bei ihm erstmals das Non-Hodgkin-Lymphom aufgetreten.

Der Rockmusik-Fan sammelte Kunst, baute medizinische Forschungsinstitute auf, investierte in Immobilien-Projekte und Sport-Clubs - und auch in Jachten. Microsoft-Chef Satya Nadella lobte ihn als einen ruhigen und hartnäckigen Mann, der die Welt verändert habe. Mitgründer Bill Gates sagte: "Der Tod eines meiner besten und ältesten Freunde bricht mir das Herz." Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Paul Allen ein "wahrer Partner" gewesen. Ohne ihn würden Personal-Computer heutzutage nicht existieren. "Er hätte viel mehr Zeit verdient", so Gates weiter. "Wir werden ihn schrecklich vermissen."


Spielten damals andere Highschool-Burschen Baseball und Football, programmierten Allen und Gates am einzigen Schulcomputer. Für mehr Rechenleistung schlichen sie sich ins Computerlabor der University of Washington ein und wurden nur deshalb nicht bestraft, weil sie sich bereit erklärten, den Studenten dort Nachhilfe in Informatik zu geben.

Einer der 50 reichsten Menschen der Welt
Allen hatte seinen zwei Jahre jüngeren Schulfreund Bill später überredet, die Harvard-Universität zu verlassen und 1975 mit ihm Microsoft zu gründen. Den Namen schuf Allen aus der Kombination von Micro-Computer und Software. Während Gates sich mit der Zeit vor allem um die geschäftliche Seite der Firma kümmerte, war Allen der Mann für die technische Entwicklung. Er forcierte mit dem Betriebssystem MS-DOS und dem Textverarbeitungsprogramm "Word" den Siegeszug des Heim-Computers.

1983 verließ Allen nach Bekanntwerden seiner Krankheit Microsoft. Grund dürfte aber auch ein Zerwürfnis mit Gates gewesen sein. Sowohl sein Gründungspartner als auch der spätere Microsoft-Chef Steve Ballmer warfen ihm vor, seine Programme seien nicht mehr die Spitze der technischen Entwicklung. Laut Allen sollen sie eine Intrige geschmiedet haben, seinen Einfluss in der Firma zurückzudrängen. Gates und Ballmer entschuldigten sich zwar, aber Allen ging dennoch. Mit seinem Anteil von 28 Prozent an der Firma wurde er nach dem Börsengang von Microsoft im Jahr 1986 mit einem Schlag Multimillionär. Im Jahr 1999 - kurz vor dem Platzen der Internet-Blase - betrug sein Vermögen dann rund 30 Milliarden US-Dollar. Das Magazin "Forbes" schätzte es kürzlich noch auf mehr als 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Allen gehörte damit zu den 50 reichsten Menschen der Erde.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-10-16 17:48:51



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ein Drittel der Österreicher ist unter- oder überqualifiziert
  2. Verbund-Aufsichtsratschef Roiss tritt zurück
  3. Industrie pocht auf Steuersenkung
  4. Sondereffekte schmälern Telekom-Austria-Gewinn
  5. Honda schließt britisches Werk
Meistkommentiert
  1. Grenzen der EU-Solidarität
  2. Karfreitag: Zusätzlicher Feiertag reduziert BIP
  3. Rückendeckung für deutsche Pkw-Maut
  4. Firmen suchen Digitalkenntnisse
  5. Flugtaxis sollen schon in sechs Jahren starten

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung