Brüssel. Die EU-Regierungschefs suchen angesichts der weltpolitischen Alleingänge der USA auf einem Gipfel in Brüssel die Nähe zu Asien. Das Treffen sei ein wichtiges Signal für regelbasierten Welthandel und Multilateralismus, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Freitag beim EU-Asien-Gipfel (Asem). "Wir können ein Zeichen setzen, dass es in der Welt darum geht, Win-win-Situationen zu schaffen."

Beim Gipfel kamen die Staats- und Regierungschefs der EU mit Spitzenpolitikern aus China, Russland, Japan, Australien und mehreren anderen Ländern der Region zusammen - insgesamt Vertreter aus mehr als 50 Staaten. Gemeinsam stehen die Asem-Staaten für 55 Prozent des weltweiten Handelsvolumens, 60 Prozent der Bevölkerung und 65 Prozent der Weltwirtschaftsleistung.

Asien sei die Region mit dem größten Wirtschaftswachstum weltweit, China werde bald die weltgrößte Volkswirtschaft sein, erinnerte Kanzler Sebastian Kurz. Österreich als exportorientiertes Land sehe "im Austausch mit den Asiaten vor allem wirtschaftliche Chancen". Die EU setze sich für einen "fairen gerechten Freihandel ein, der gerade von manchen in der Welt infrage gestellt wird". Kurz kritisierte, dass es aber auch in Asien einige Staaten gebe, "die sehr protektionistisch agieren".

Das unausgesprochene Ziel der Europäer ist es, zusammen mit aufstrebenden asiatischen Ländern ein Gegengewicht zu den USA zu bilden. US-Präsident Donald Trump treibt seit seinem Amtsantritt den Rückzug des Landes von der internationalen Bühne voran. Gleichzeitig trat er Handelskonflikte mit der EU und China los. Highlight des Gipfels war die Finalisierung eines Handelsabkommens mit Singapur. Die Verhandlungen mit dem Stadtstaat sind seit vier Jahren abgeschlossen, wegen des zähen Ringens um andere Freihandelsbündnisse verschob sich aber die Unterzeichnung.