Cupertino. Apple will künftig keine Absatzzahlen mehr veröffentlichen. Finanzchef Luca Maestri begründete den Schritt damit, dass die Zahl der binnen drei Monaten verkauften iPhones, iPads und Mac-Computer kein guter Gradmesser für den Geschäftserfolg sei. Vor allem die iPhone-Verkaufszahlen wurden stets sehr aufmerksam beobachtet. Es ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple, und die Absatzentwicklung galt als Indikator dafür, wie neue Modelle und deren Preise bei den Verbrauchern ankamen. Zugleich wurde die Aussagekraft der Absatzzahlen in der Vergangenheit auch schon durch Lieferengpässe relativiert.

Mit der Änderung ab dem laufenden Weihnachtsquartal wird Apples Geschäft ein großes Stück weniger transparent für Beobachter und Konkurrenten. Viele Rivalen, wie etwa der Smartphone-Marktführer Samsung, veröffentlichen schon jetzt keine Absatzzahlen für ihre Geräte. Es gibt lediglich Schätzungen von Analysten.

Im vergangenen Quartal waren die iPhone-Verkäufe im Jahresvergleich kaum gewachsen. Apple setzte rund 46,9 Millionen iPhones ab, das waren nur gut 200.000 mehr als im Vorjahresquartal. Die Erlöse des iPhone-Geschäfts sprangen aber um 29 Prozent auf rund 37,2 Milliarden Dollar hoch. Das liegt daran, dass im vergangenen Jahr das neue iPhone X erst im November auf den Markt kam - und jetzt schon seit September das Nachfolgemodell XS und die größere und teurere Version XS Max verkauft wurden. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones stieg auf 793 Dollar von 618 Dollar vor einem Jahr.

Apple rutscht wieder unter die 1-Billion-Dollar-Marke

Das iPhone schlug sich damit besser als der Smartphone-Markt insgesamt, der nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC im vergangenen Quartal um sechs Prozent schrumpfte. Apple sehen die Analysten von IDC bei einem Marktanteil von 13,8 Prozent. Für Samsung errechneten sie einen Absatzrückgang von 13,8 Prozent auf 72,2 Millionen Smartphones und einen Marktanteil von noch 20,3 Prozent. Auf dem zweiten Rang behauptete sich vor Apple der chinesische Anbieter Huawei, der laut IDC seine Verkäufe um fast ein Drittel steigern konnte und mit 52 Millionen abgesetzten Smartphones auf einen Marktanteil von 14,6 Prozent kam.

Für das Weihnachtsquartal stellte Apple ein Umsatzplus von maximal gut fünf Prozent auf 93 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit mehr gerechnet, auch weil Apple mehr teurere Geräte im Angebot hat als vor einem Jahr. So kommen demnächst neue Modelle des Laptops MacBook Air und des iPad Pro in den Handel. Zugleich wird seit Kurzem ein weiteres Apple-Telefon verkauft, das iPhone XR. Es ist einige hundert Dollar beziehungsweise Euro günstiger als die XS-Modelle.