Washington/Peking. Die US-Regierung sendet im Handelsstreit mit China unterschiedliche Signale. Während Präsident Donald Trump am Freitag Zuversicht für eine baldige Einigung demonstrierte, dämpfte sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow die Erwartungen: Die Washingtoner Regierung arbeite bislang nicht an einem konkreten Plan für ein Handelsabkommen mit China, sagte Kudlow dem Sender CNBC.

Seine Äußerungen bremsten die Wall Street aus, die zuvor von der Hoffnung auf eine rasche Einigung getragen worden war. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, Trump habe sein Kabinett mit der Vorbereitung eines Vertragsentwurfs für die künftigen Handelsbeziehungen mit China beauftragt.

Trump sagte, nach seiner Meinung werde es zu einem Abkommen der beiden weltgrößten Volkswirtschaften kommen. Dies werde ein "guter Deal" sein, fügte er vor Journalisten im Weißen Haus hinzu. Wenn es gelinge, den chinesischen Markt zu öffnen und es zu einem fairen Ausgleich komme, sei er bereit dazu. Trump kündigte zudem an, den Handelsstreit bei einem Abendessen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim G20-Gipfel Ende des Monats zu beraten.

Hoffen auf G20-Gipfel

Trumps Wirtschaftsberater Kudlow hatte sich zuvor pessimistischer geäußert. Weder gebe es ein Angebot der chinesischen Regierung, noch habe Trump bisher die Erarbeitung eines Abkommens in Auftrag gegeben, sagte Kudlow. Er sei nicht so optimistisch wie noch vor kurzer Zeit, dass der Handelsstreit mit einer Übereinkunft beigelegt werden könne. Entscheidend werde das Treffen der beiden Staatschefs beim G20-Gipfel in Argentinien sein.

Trump stört sich insbesondere am Handelsdefizit mit China, das im September einen Rekordwert von 40,2 Milliarden Dollar erreichte. Der Republikaner hat mehrfach beklagt, sein Land werde von der Volksrepublik über den Tisch gezogen. Trump wirft der Volksrepublik Dumpingpreise, Technologieklau und andere unfaire Handelspraktiken vor. China bestreitet dies.