• vom 06.11.2018, 15:06 Uhr

Österreich

Update: 06.11.2018, 19:08 Uhr

Klavierbau

Ohne Instrument "ka Musi"




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Heute eine Yamaha-Tochter
Kaiserin Elisabeth hatte einen Bösendorfer-Flügel, Zar Nikolaus II. ebenfalls, Frank Sinatras und Leonard Bernsteins Bösendorfer wurden nach ihrem Tod teuer versteigert. Bei seinem Konzert 2016 spielte Jamie Cullum in Wien nicht nur auf einem Bösendorfer, sondern tanzte auch darauf. Bösendorfer-Flügel standen und stehen also nicht nur sprichwörtlich im internationalen Rampenlicht.

Zu hohen Geburtstagen Ludwig Bösendorfers und nach seinem Tod 1919 regnete es Lob für den trotz Vermögens und Weltruhms bescheiden gebliebenen Unternehmer. Er habe es geschafft, die Seele des Wieners einzufangen und in sein Instrument zu bannen, hieß es im "Neuen Wiener Tagblatt". Von den wirtschaftlichen Schäden durch die Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise Anfang des 20. Jahrhunderts erholte sich das Unternehmen nur sehr langsam. Dass es untergehen könnte, galt in der Branche aber stets als ausgeschlossen.

Der legendäre Ruf und die Liebe der Musikszene zu Bösendorfer-Klavieren mit dem "Wiener Klang" blieben jahrzehntelang erhalten, obwohl die Firma fast 40 Jahre lang in amerikanischer Hand war, bevor die Bawag sie zurückkaufte. Der Kauf wurde zu einem Verlustgeschäft für die Bank, aber immer hieß es, es sei kein wirtschaftliches, sondern ein patriotisches Investment gewesen. Schließlich verkaufte die Bawag doch an den japanischen Konzern Yamaha - unter der Bedingung, dass Österreich der Unternehmensstandort bleibe. Seit einigen Jahren schreibt das Klavierbau-Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Während der Vertrieb heute über Yamaha läuft, werden die jährlich rund 300 Bösendorfer-Klaviere in Wiener Neustadt handgefertigt.

Der engen Verbundenheit Ludwig Bösendorfers zum Verein der Musikfreunde ist zu verdanken, dass der Bösendorfer-Flagshipstore bis heute im Musikverein untergebracht ist. Zum siebzigsten Geburtstag Ludwig Bösendorfer schrieb das "Neue Wiener Tagblatt": "An den Namen Bösendorfers knöpft sich der Weltruhm eines österreichischen Erzeugnisses: des Bösendorfer-Klaviers."

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Dokument erstellt am 2018-11-06 15:16:10
Letzte Änderung am 2018-11-06 19:08:47


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