Wien. (ede) In Österreich leben fast 290.000 Menschen unter 35 Jahren, die nach der Pflichtschule ihre erste weiterführende Ausbildung abgebrochen haben. Rund 53 Prozent von ihnen sind zwar erwerbstätig, der Großteil davon aber in Hilfsjobs, für die kein besonderer Schulabschluss oder eine qualifizierte Ausbildung benötigt wird. Knapp 10 Prozent von ihnen - in absoluten Zahlen rund 27.000 Personen - sind arbeitslos gemeldet, etwas mehr als 30 Prozent (rund 89.000 Personen) stehen nicht im Erwerbsleben. In die Lehre kehren nur etwa 3,3 Prozent zurück.

Da die Wahl des falschen Bildungsweges einen großen Einfluss auf die künftige Lebensqualität von jungen Menschen hat, weitet die Arbeiterkammer (AK) Wien ihr Beratungsangebot aus. Das "AK Bildungs-Navi" enthält unter anderem ab Februar 2019 persönliche Einzelberatungen für Jugendliche. Der Schwerpunkt wird bei 13- und 14-Jährigen und bei 17- und 18-Jährigen liegen, da gerade in diesem Alter die weiteren (Aus-)Bildungsentscheidungen getroffen werden. Dazu kommen Elterninfoabende an Neuen Mittelschulen (NMS) und Berufsorientierungsworkshops.

Bis morgen, Samstag, geht noch die traditionelle Bildungs- und Berufsinformationsmesse L14 im AK Wien Bildungszentrum in der Theresianumgasse 16-18 über die Bühne. An über 30 Ständen können sich 13- und 14-jährige und ihre Eltern über Lehrberufe und weiterführende Schulen informieren.

Von der Politik fordert AK-Präsidentin Renate Anderl ein eigenes Fach Berufsorientierung auch in der Unterstufe der Gymnasien und Berufsorientierung auf jeden Fall auch in der neunten Schulstufe und am Ende der Oberstufe, also vor der Matura. Denn die erste Studienwahl ist oft nicht die richtige. Das zeigen die Zahlen für die Anfänger eines Bachelorstudiums im Studienjahr 2008/2009. Nach sieben Jahren, im Jahr 2016, hatten nur 28 Prozent ihr Studium abgeschlossen. 25 wechselten die Studienrichtung und schlossen ein anderes Studium ab, und 27 Prozent brachen ab.