• vom 14.11.2018, 17:03 Uhr

Österreich

Update: 14.11.2018, 17:23 Uhr

Banken

Milliardengewinn vom Vorjahr schon jetzt übertroffen




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Raiffeisen International verdiente dank Osteuropa von Jänner bis September 1173 Millionen Euro.




© apa/Hans Klaus Techt © apa/Hans Klaus Techt

Wien. (kle) Die brummende Konjunktur in Osteuropa beflügelt das Geschäft der Raiffeisen Bank International (RBI). Zum einen profitiert das börsennotierte Wiener Finanzinstitut von einer stärkeren Kreditvergabe, zum anderen verliert es mit notleidenden Krediten wesentlich weniger Geld. Vor diesem Hintergrund hat die Bank in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres einen Milliardengewinn eingefahren.

Wie die RBI am Mittwoch mitteilte, legte das Konzernergebnis, quasi der Nettogewinn, gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um fast 29 Prozent auf 1,173 Milliarden Euro zu. Damit hat das Institut, das neben der Bank-Austria-Mutter Unicredit und der Erste Group zu den größten Kreditgebern im Osten Europas zählt, seinen im Gesamtjahr 2017 erzielten Gewinn von 1,116 Milliarden Euro heuer bereits nach neun Monaten übertroffen.


Bankchef Johann Strobl zeigt sich jedenfalls zufrieden: "Haupttreiber für das sehr gute Ergebnis ist die Entwicklung der Risikokosten." Die Entwicklung der Erträge sei ebenso erfreulich. Strobl: "Wir konnten in einem nach wie vor sehr schwierigen Zinsumfeld unser Zinsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent verbessern." Auch in Russland, dem mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt im Konzern, verdiente die RBI zuletzt mehr, obwohl die USA neue Sanktionen gegen Moskau verhängten.

An der Wiener Börse kamen die jüngsten Geschäftszahlen gut an, weil sie zum Teil über den Erwartungen der Analysten lagen. In der Spitze stieg die RBI-Aktie am Mittwoch um 5,7 Prozent auf 26,15 Euro, Gewinnmitnahmen schwächten dieses Kursplus im weiteren Handelsverlauf aber wieder ab.

Teilrückzug aus Polen
Den im April fixierten Verkauf von großen Teilen ihrer Polen-Tochter Raiffeisen Bank Polska an den französischen Finanzriesen BNP Paribas hat die RBI wie berichtet erst unlängst - im laufenden vierten Quartal - formell abgeschlossen. Damit erlöste sie zwar 775 Millionen Euro. Da sie unter dem Buchwert verkaufte, fiel aber ein Verlust von 121 Millionen Euro an. Diesen hat die RBI allerdings schon vorab im Zahlenwerk des zweiten Quartals verbucht.

Positiv ausgewirkt hat sich der Deal indes auf den Anteil der faulen Kredite in den Büchern der Bank. Dieser Anteil lag zuletzt bei 4,4 Prozent und ist damit gegenüber dem Jahresultimo 2017 (5,7 Prozent) weiter geschrumpft.

Mittelfristig erhöhen - nach wie vor auf einen Zielwert von 13 Prozent - will die RBI ihre harte Kernkapitalquote, die Ende September stabil bei 12,8 Prozent lag. Auch an ihren anderen Zielen, etwa einer Dividendenzahlung von 20 bis 50 Prozent des Nettogewinns, hält die Bank fest. Für 2017 hatte sie 204 Millionen Euro oder 62 Cent pro Aktie ausgeschüttet, davor hatte es für die Aktionäre drei Jahre lang wegen einer größeren Umstrukturierung des Konzerns keine Dividende gegeben. Die RBI gehört zu 58,8 Prozent den Raiffeisenlandesbanken, 41,2 Prozent der Anteile sind in Händen von Streubesitzaktionären.




Schlagwörter

Banken, Raiffeisen, RBI, Quartal

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-11-14 17:13:24
Letzte Änderung am 2018-11-14 17:23:36



Werbung



Firmenmonitor







Werbung