Wien. Österreichs Banken haben laut Nationalbank (OeNB) im ersten Halbjahr von der guten Wirtschaftslage profitiert. Die Kreditnachfrage war stark, Risikovorsorgen wurden aufgelöst. Die Risikosignale an den internationalen Märkten hätten sich aber verstärkt, so Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny bei der Präsentation des Finanzstabilitätsberichts am Dienstag. Konkretisiert werden Empfehlungen für Immo-Kredite.

Die ökonomischen Bedingungen für Europas Finanzmärkte sieht die OeNB angesichts der - allerdings etwas schwächeren - Fortsetzung des Aufschwungs günstig. Zu den vermehrten politischen Unsicherheiten zählt vor allem die anhaltende Verunsicherung über Italiens fiskalpolitischen Kurs.

Nowotny verwies zu Italien aber darauf, dass die steigenden Renditen für Anleihen unmittelbar noch nicht so rasch Effekte in den anderen Euroländern hätten. Mögliche Schwierigkeiten sieht er beim erheblichen Finanzierungsbedarf Italiens. Kurzfristig stelle Italien kein ökonomisches Problem dar. Längerfristig gebe es aber das Thema des genügenden Vertrauens an den Kapitalmärkten.

Profitabilität hat sich verbessert

Das Gesamtvolumen italienischer Staatsanleihen liegt laut Nationalbank bei rund 1,9 Billionen Euro. Rund zwei Drittel würden im Inland gehalten und verschieben sich zunehmend zur Zentralbank und sonstigen Finanzinstituten. In Österreich werden rund sieben Milliarden Euro an italienischen Staatsanleihen gehalten, die aber von den Banken abgebaut würden.

Das Wachstum der Kredite an die Haushalte war laut OeNB weiterhin zu einem großen Teil von Immobilienfinanzierungen getragen. Empfohlen wird ein Mindestmaß an Eigenmitteln, wobei der Richtwert 20 Prozent betragen soll. Eine adäquate Begrenzung des Schuldendienstes wird bei 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens eines Haushaltes gesehen.

Das internationale Exposure der österreichischen Banken ist laut OeNB massiv auf Zentral- und Südosteuropa konzentriert. Die größten Einzelland-Exposures entfallen auf Tschechien und Deutschland. Die notleidenden Kredite der Banken sind rückläufig.

Die Profitabilität der österreichischen Banken habe sich heuer weiter verbessert und liege über dem EU-Durchschnitt. Die operativen Ergebnisse gingen aber leicht zurück. Die Banken seien weiterhin gefordert, ihre Kostenstruktur, Profitabilität und Eigenmittelausstattung nachhaltig zu stärken.