Wien. (apa/red.) Während man sich in der Metalltechnischen Industrie nach dreitägigen Warnstreiks auf im Durchschnitt 3,46 Prozent mehr Lohn geeinigt hat, brachte die dritte Kollektivvertragsrunde im Handel am Dienstag keine Einigung zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer. Die Vorstellungen bei der Erhöhung der Gehälter lägen noch sehr weit auseinander, hieß es. Es geht um die Gehaltserhöhungen und rahmenrechtlichen Änderungen für über 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel.

Die Beamten verhandelten bis in die Nacht hinein. Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sowie Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) auf Regierungsseite haben am Montagabend die dritte Runde der Gehaltsverhandlungen gestartet. Vor Beginn der Gespräche gab es Uneinigkeit, wer den ersten Schritt machen soll.

Wie in der Metalltechnischen Industrie könnte es auch bei den Eisenbahnern und Brauereiarbeitern zu Kampfmaßnahmen und Streiks kommen. Die Verhandlungen um die Kollektivverträge bei der Bahn werden heute, Mittwoch, ab 18 Uhr mit der achten Runde fortgesetzt. Es geht um einen Abschluss für rund 40.000 Beschäftigte in mehr als 60 Unternehmen, darunter das mit Abstand größte, die ÖBB.

Der Vorsitzende der zuständigen Gewerkschaft Vida, Roman Hebenstreit, verwies auf eine Umfrage unter Eisenbahnern, bei der 85 Prozent Bereitschaft zu Kampfmaßnahmen signalisiert haben. Sollten die Arbeitgeber, die drei Prozent geboten haben, keine Bewegung zeigen, könnte das "Geduldsguthaben" der Eisenbahner mit einem Schlag aufgebraucht sein, drohte er.

Im Ringen um den Kollektivvertrag der Brauereibeschäftigen machen die Gewerkschaften ebenfalls ernst. Nach dem Scheitern der fünften Runde am Samstag drohen die Arbeitnehmervertreter mit Streik. Sollte auch die sechste Runde am Dienstag ohne Ergebnis bleiben, gebe es erste Warnstreiks, kündigten Gewerkschafter an. Sie fordern vier Prozent mehr Lohn.