Wien. (apa/red) Das Landwirtschaftsministerium plant gemeinsam mit dem Handelsverband und dem Lebensmittelhandel eine Ombudsstelle. Hier sollen Bauern, Erzeugerorganisationen und Unternehmen in Zukunft unlautere Geschäftspraktiken anonym melden können. Die neue Stelle wird anonyme Beratung, rechtliche Aufklärung, Informationsaustausch und Mediation anbieten.

Mit ihr "entsteht eine neue Behörde, die nicht weisungsgebunden ist", sagte Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbandes, am Montag vor Journalisten. "Hier wird ein ,Missing Link‘ zwischen Rechtsprechung und dem bestehenden Whistleblower-System der Bundeswettbewerbsbehörde geschlossen, um die Mediation als Instrument der außergerichtlichen Kommunikation auf Augenhöhe anzubieten." Es werde evaluiert, bewertet und berichtet. "Es werden Fakten geschaffen", so Will. Auch einen jährlichen öffentlichen Bericht, der die Art und die Zahl der eingelangten Fälle auflistet, soll es geben.

Zudem haben die Handelsfirmen eine Selbstverpflichtung unterschrieben. Rewe, Spar, Hofer, Lidl, Metro und Unimarkt verpflichten sich damit zur Wahrung "unternehmerischen Wohlverhaltens" und zum Fairnesskatalog, den das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit den heimischen Händlern gegen unfaire Praktiken ausgearbeitet hat. Da alle großen Unternehmen der Branche dabei seien, deckten sie 90 Prozent des Marktes ab, so Will.