Wien. Monatelang hatte die Post nach einem neuen Bankpartner, einem Ersatz für die wegfallende Bawag, gesucht, um über ihr Filialnetz auch in Zukunft Finanzdienstleistungen anbieten zu können. Fündig ist das teilstaatliche Unternehmen allerdings nicht geworden. Deshalb sollte eine eigene Bank gegründet werden - gemeinsam mit der deutschen Fintech Group AG, die im September als Joint-Venture-Partner präsentiert wurde. Doch aus dieser Kooperation wird nun nichts.

Am Dienstag gab die Post in einer dürren Presseinformation bekannt, dass die Deutschen und sie übereingekommen seien, "von der geplanten Gründung und Kapitalisierung eines 50:50-Joint-Ventures zur Erbringung von Finanzdienstleistungen Abstand zu nehmen". Woran die Partnerschaft gescheitert ist, wurde nicht mitgeteilt. Betont wurde in der Aussendung jedoch, dass die Post weiterhin das Ziel verfolge, ihren Kunden Bankdienstleistungen anzubieten.

Nach dem plötzlichen Aus für den Schulterschluss mit der Fintech Group heißt es somit für die Post: Wieder zurück an den Start. "Wie es weitergeht, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden", sagte ein Post-Sprecher. Für eine Lösung, wie immer sie aussehen sollte, hat die Post jedenfalls noch etwas Zeit. Denn offiziell läuft die Kooperation mit der Bawag Ende 2019 aus.

Dass es mit der Fintech Group, die als Online-Broker mit der Marke Flatex auch in Österreich tätig ist, letztlich doch nichts wird, damit hätten viele Beobachter nicht gerechnet. Bis vor zwei Wochen - da legte Post-Chef Georg Pölzl die Bilanz zum dritten Quartal vor - schloss dieser nämlich ein Scheitern der Allianz mit den Deutschen noch aus. Das sei "keine Option", hatte Pölzl betont, um hinzuzufügen, dass man anstrebe, Mitte 2019 mit einer Bank in den Markt zu gehen.

Wie in Finanzkreisen nun zu hören war, soll dieser Zeitplan den Deutschen zu ambitioniert gewesen sein. Daneben kolportierte die Austria Presse Agentur aber auch Gerüchte, wonach das Verfahren für die Bankkonzession bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) so lange gedauert hätte, dass es vor 2020 zu keiner Genehmigung gekommen wäre. Ein Sprecher der FMA wies das zurück.

Post-Aktie verliert

Geplant gewesen wäre eine Bank mit mehr als 200 Millionen Euro Eigenkapital. Von der Post wären Infrastruktur und Vertriebsdienstleistungen - über ihr Filialnetz aus 433 eigenen Standorten und 1351 Post-Partnern - gekommen, von der Fintech Group IT-Dienstleistungen. An der Wiener Börse fiel die Post-Aktie am Dienstag um bis zu 2,7 Prozent auf 32,66 Euro.