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Ternitz/Wien. (kle) Beim niederösterreichischen Ölfeldausrüster SBO schnurrt das Geschäft. In den ersten drei Quartalen hat das in Ternitz ansässige Unternehmen - es beliefert die Ölindustrie unter anderem mit hocheffizienten Bohrwerkzeugen - mit 310,8 Millionen Euro um gut 36 Prozent mehr umgesetzt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Den operativen Gewinn, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), konnte SBO sogar verfünffachen: auf 54,3 Millionen Euro. Unter dem Strich - netto - verdiente der Zulieferbetrieb 33,0 Millionen Euro, noch im Vorjahr war nach den ersten neun Monaten ein Verlust von 86,2 Millionen Euro zu Buche gestanden.

"Wir haben drei starke Quartale hinter uns und ein entsprechend gutes Ergebnis erwirtschaftet", zeigt sich Vorstandschef Gerald Grohmann zufrieden. Schrittweise seien heuer wieder Mitarbeiter eingestellt und Kapazitäten ausgebaut worden. Profitiert hat SBO - das Kürzel steht für Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment - zuletzt vor allem davon, dass die Ölkonzerne angesichts höherer Ölpreise und guter Konjunktur ihre Investitionen in das Aufsuchen und Fördern von Öl deutlich hochgefahren haben.

Aktie mit kräftigem Kurssprung

Die Geschäftszahlen zum dritten Quartal beflügelten am Mittwoch den Kurs der SBO-Aktie. In der Spitze legte der zuvor wochenlang massiv unter Druck stehende Titel um 14,5 Prozent auf 74,80 Euro zu.

Dass der Ölpreis seit Beginn des vierten Quartals um rund 30 Prozent gefallen ist (weil es derzeit ein Überangebot an Öl gibt), sieht Grohmann nicht als Gefahr für sein Unternehmen. Die Aktivitäten in den USA seien anhaltend stark, und auch das andere internationale Geschäft habe angezogen. Die Verunsicherung im Markt werde wohl nur "kurzfristig" bestehen, meint Grohmann mit Hinweis auf ein Anfang Dezember stattfindendes Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien, wo über die weitere Förderpolitik beraten wird. "Wenn die Fördermenge der Opec wie angekündigt reduziert wird, sollte das die Ölpreise wieder stabilisieren", so der SBO-Chef.

Laut ihm sollte 2019 ebenfalls ein gutes Jahr werden, da die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Heuer (bis Ende September) stieg der Auftragseingang um gut 52 Prozent auf 368,1 Millionen Euro.