• vom 29.11.2018, 17:33 Uhr

Österreich

Update: 30.11.2018, 14:33 Uhr

Einzelhandel

Keine großen Sprünge im Weihnachtsgeschäft




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  • Das Wifo sieht den Mehrumsatz im Einzelhandel bei 1,25 Milliarden Euro stagnieren.

- © dpa/Armin Weigel

© dpa/Armin Weigel

Wien. (kle) Geht es nach dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, dem Wifo, wird das Weihnachtsgeschäft im heimischen Einzelhandel heuer alles andere als brüllend ausfallen. "Wir erwarten ein Ergebnis auf Vorjahresniveau", sagt Wifo-Experte Jürgen Bierbaumer-Polly.

Laut seiner Prognose, die er für den Handelsverband erstellt hat, wird das morgen, Samstag, startende Weihnachtsgeschäft Mehrumsätze von 1,25 Milliarden Euro netto in die Kassen der österreichischen stationären Händler und Internet-Shops schwemmen. Dies wäre etwa genauso viel wie 2017 mit 1,26 Milliarden Euro.

Als Weihnachtsgeschäft gelten im Einzelhandel jene Mehrumsätze im Dezember, die ein gewisses Normalmaß übersteigen, also zusätzlich zum Umsatz eines Durchschnittsmonats erzielt werden. Für manche Branchen wie den Spielwaren- und den Buchhandel sowie Uhren- und Schmuckgeschäfte sind gerade diese Erlöse besonders wichtig, zumal hier im letzten Monat des Jahres bis zu doppelt so viel umgesetzt wird wie in anderen Monaten.

Optimismus und Skepsis

Wie der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will, erklärt, blicke der Handel "hoffnungsvoll, aber skeptisch" auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Angesichts einer stabilen Konsumnachfrage stimme das wirtschaftliche Umfeld zwar optimistisch. Was jedoch für Skepsis sorge, seien der steigende "Kaufkraftabfluss in internationale Gefilde" und der Verlust von Umsatzanteilen österreichischer Online-Händler an große ausländische Konkurrenten wie Amazon oder Zalando. Amazon allein dürfte im Dezember Zusatzumsätze von 60 bis 70 Millionen Euro aus Österreich "absaugen", gibt Will zu bedenken.

Skeptisch stimme den hiesigen Handel aber auch, dass das milde Herbstwetter bis weit in den November hinein die Kauflaune der Konsumenten gedämpft habe. Vor allem bei Winterbekleidung und bei Schuhen habe es Umsatzrückgänge gegeben, so Will.

Unabhängig davon nehme die die Höhe der Dezember-Umsatzspitzen in vielen Branchen schon seit Jahren kontinuierlich ab, wie Bierbaumer-Polly berichtet. "Sonder-Aktionstage im November wie etwa ,Black Friday‘ oder ,Cyber Monday‘, aber auch der anhaltende Trend zu Gutscheingeschenken, die erst bei Einlösung in den Folgemonaten als Umsatz gezählt werden, verschieben die klassischen Weihnachtsumsätze auf andere Monate." Ebenfalls ein Punkt: Immer öfter werden zu Weihnachten auch Reisen und Wellness-Wochenenden verschenkt (diese Umsätze kann der Handel klarerweise nicht für sich verbuchen).

Pro-Kopf-Ausgaben: 452 Euro

Für Weihnachtsgeschenke würden in Österreich heuer pro Kopf 452 Euro ausgegeben, sagt Will. Davon lukriere der stationäre Handel 250 Euro, der heimische Online-Handel 202 Euro.

Für das Gesamtjahr 2018 wird im Einzelhandel ein nominelles Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro erwartet. Inflationsbereinigt entspreche dies jedoch einem realen Minus. Will beklagt vor allem, dass die Österreicher um 80 Milliarden Euro einkauften, aber nur 75,6 Milliarden Euro davon im Land blieben. Die Differenz gehe ins Ausland.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-29 17:46:34
Letzte Änderung am 2018-11-30 14:33:35


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