Wien. Das schönste Fest im Jahr naht heran, und der Handel ist für die Massen gerüstet, die alljährlich im Advent die Kassen klingeln lassen. Doch warum bis zum Heiligen Abend warten? Besser ab jetzt jeden Tag eine kleine Bescherung - da freuen sich die Kinder, die Liebste, der Liebste und sogar der Hund.

Der Countdown läuft: In weniger als vier Wochen ist Weihnachten . - © stock.adobe.com/www.Push2hit.de
Der Countdown läuft: In weniger als vier Wochen ist Weihnachten . - © stock.adobe.com/www.Push2hit.de

Der Adventkalender von heute lässt keine Wünsche offen, vor allem bei den Kindern. Sorgten früher noch ein buntes Bildchen oder ein Stückchen Schokolade hinter einem der 24 Türchen für glänzende Augen, darf es heutzutage schon ein richtiges kleines Präsent sein. In jedem gut sortierten Spielwarengeschäft gibt es mittlerweile ein fast unüberschaubares Angebot an Adventkalendern der großen Marken wie Playmobil oder Lego, und jedes Jahr kommen neue dazu. Bei Playmobil bringt heuer das Motto "Feuerwehreinsatz auf der Baustelle" Action in den Advent. Zwei Feuerwehrmänner mit diversem Zubehör verkürzen den Kleinen das Warten aufs Christkind.

Für Kinder, deren Eltern in der Erziehung nichts dem Zufall überlassen wollen, gibt es auch pädagogisch Wertvolles wie etwa Experimentier-Adventkalender mit 24 Physik- oder Elektronikexperimenten oder Zauberei-Tricks.

Revival bei nostalgischen Bildchenkalendern

"Sehr gut geht auch Adventkalender-Zubehör", sagt Heidemarie Heinz, die gemeinsam mit ihrem Mann Michael die Geschäfte der Wiener Spielwareninstitution Spielwaren Heinz führt. So gibt es allerlei (zuckerfreien) Schnick-Schnack wie Flummys oder Sticker, mit denen Säckchen oder kleine Boxen befüllt werden können. Nach wie vor besteht Nachfrage nach klassischen Adventkalendern, so Heinz.

Auch Alexander Pallendorf, in der Wiener Wirtschaftskammer Vertreter der Spielwarenhändler und Inhaber von "Das Spielzeug" in den Wiener Ringstraßen Galerien, spricht sogar von einem "Revival" der nostalgisch anmutenden Bildchenkalender, die vor allem bei Erwachsenen großen Anklang finden. Stilvolle Adventkalender mit kleinen Kästchen oder Schubladen aus Holz oder mit elektronischem Spielwerk werden ebenfalls immer beliebter, obwohl sie teurer sind. Sie werden gern als Dekoration aufgestellt, um einen Hauch von "Weihnachten, wie es früher einmal war", nach Hause zu bringen.

"Erfunden" haben soll den Adventkalender der deutsche Buchhändler und Verleger Gerhard Lang. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte er die Idee zur Herstellung eines Adventkalenders, den er in München in der lithografischen Anstalt F. Reichhold unter dem Motto "Im Land des Christkindes" drucken ließ, weiß Wikipedia. Bis Ende der 1930er Jahre seien in seinem Verlag 30 verschiedene Adventkalender in 40 Ausführungen aufgelegt worden. Seine vorerst fensterlose Variante enthielt 24 Bildchen, die ausgeschnitten und auf einen weiteren Bogen aufgeklebt wurden.

Um 1920 konnte man den ersten Adventkalender mit Fenstern verschenken. Hinter diesen Fenstern verbargen sich Bilder, aber auch Bibelverse. Kalender mit Naschereien setzten sich erst in den 1950er-Jahren durch.

Alles in allem steigt der Umsatz mit Adventkalendern stetig, wobei die eigentliche Bedeutung der Adventszeit (lateinisch adventus: Ankunft), nämlich die geistige und seelische Vorbereitung auf das christliche Fest der Geburt Jesu in der Nacht zum 25. Dezember, bei Groß und Klein schon längst in den Hintergrund gerückt ist.

Spaßiger Advent für die Erwachsenen

Mittlerweile dürften auch schon mehr ausgefallene Adventkalender für Erwachsene verkauft werden als für Kinder. Schnaps, Bier, Wein, Tee, Kaffee, Kosmetik- und Körperpflegeartikel und sogar Sexspielzeug sorgen bei den Großen an jedem Tag im Advent für ein bisschen (Weihnachts-)Stimmung. Nicht selten sind dafür über 50 Euro oder - wenn es beispielsweise Feinkostartikel oder ein edler Gin sein soll- sogar dreistellige Beträge zu berappen. Vergleichsweise billig kommen Tierfreunde davon. Adventkalender, die mit Spielsachen oder Snacks für Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere bestückt sind, gibt es schon für wenige Euro.

Adventkalender sind übrigens am 1. Dezember noch nicht Schnee von gestern. Bei Heidemarie Heinz und Alexander Pallenberg gibt es auch nächste Woche noch ein Angebot für Spätzünder. Pallenberg: "Wir haben auch schon am 23. Dezember noch welche verkauft."