• vom 05.12.2018, 17:03 Uhr

Österreich


Versicherungsbranche

Uniqa holt fast 500 neue Mitarbeiter ins Haus




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  • Konzernchef sieht Dilemma bei Absicherung gegen Naturkatastrophen - von Vorjahresschäden in Europa nur ein Drittel versichert.

Uniqa-Chef Brandstetter spricht sich bei der privaten Pflegeversicherung für eine Anbindung an die Altersvorsorge aus.

Uniqa-Chef Brandstetter spricht sich bei der privaten Pflegeversicherung für eine Anbindung an die Altersvorsorge aus.© apa/Hochmuth Uniqa-Chef Brandstetter spricht sich bei der privaten Pflegeversicherung für eine Anbindung an die Altersvorsorge aus.© apa/Hochmuth

Wien. (kle) Andreas Brandstetter, Chef des börsennotierten Wiener Versicherungskonzerns Uniqa, hat am Mittwoch sein Gewinnziel für heuer bekräftigt. Der Vorsteuergewinn vom Vorjahr - 242 Millionen Euro - soll demnach übertroffen werden. Auch für die Zukunft ist Brandstetter mit Blick auf die Kernmärkte Österreich und Osteuropa zuversichtlich. Vor diesem Hintergrund hat die Uniqa zuletzt auch personell aufgerüstet und im Inland heuer bisher 480 Mitarbeiter neu eingestellt - davon ein Drittel im Außendienst (Verkauf) und zwei Drittel in Bereichen wie Kundenservice und IT.

Auch 30 Lehrlinge seien heuer aufgenommen worden, wie Brandstetter im Klub der Wirtschaftspublizisten berichtete. Daneben seien noch 170 Stellen im Verkauf und in der Verwaltung offen.


Für Akquisitionen im Wachstumsmarkt Osteuropa hält Brandstetter die Augen weiter offen. Die Kriegskasse ist mit gut einer Milliarde Euro jedenfalls gut gefüllt. In Bezug auf klassische Versicherer gebe es momentan aber "echt nichts Interessantes am Markt", so Brandstetter. Unabhängig davon mischt die Uniqa in der Start-up-Szene mit. An acht Start-ups ist sie bereits beteiligt, angesichts des anhaltenden Zinstiefs erhofft sie sich dort deutlich höhere Renditen.

Kombiniert mit Altersvorsorge
Was das politisch derzeit viel diskutierte Thema Pflege betrifft, tritt Brandstetter für eine private Pflegeversicherung ein, die in die individuelle Altersvorsorge einzubauen wäre. Als Einzelprodukt werde die Pflegeversicherung kaum gekauft, und mit der Abschaffung des Pflegeregresses habe sich das noch verstärkt.

Angehängt werden könnte sie etwa an die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge, wobei die Versicherten dann zum Beispiel zwischen der Zahlung einer lebenslangen Rente oder der finanziellen Deckung einer Pflegeleistung entscheiden könnten, so Brandstetter. Er meinte, dass der Staat das Thema Pflege finanziell nicht alleine stemmen kann und es deshalb guter Lösungen für eine private Vorsorge bedarf.

Neben der Pflege ortet er auch in Sachen Naturkatastrophen eine "Unterversicherung". 2017 habe es hier in Europa Schäden von zirka 300 Milliarden Euro gegeben, nur ein Drittel davon sei aber versichert gewesen. "Der Klimawandel wird diese Problematik noch verschärfen", so Brandstetter. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, eine entsprechende Versicherung nach belgischem Modell an die Feuerversicherung dranzuhängen, um alle Haushalte abzudecken und so den Staat zu entlasten.

Ebenso würden auch Schäden durch Cyberkriminalität oft unterschätzt, doch hier gebe es eine starke Nachfrage nach einer Versicherung. Lloyds of London taxiert den potenziellen Schaden im Fall eines globalen Cyber-Angriffs auf 450 Milliarden Dollar.




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Dokument erstellt am 2018-12-05 17:16:40


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