Grundsätzlich stellen sich beim Weihnachtseinkauf meist zwei Fragen: Wer soll das bezahlen? und Wie soll man bezahlen? Im stationären Handel wird immerhin auch noch Bargeld akzeptiert, doch der Einsatz von Bankomat- oder Kreditkarten nimmt auch in Österreich stetig zu.

Das Plastikgeld ist schon seit einiger Zeit "intelligenter", wer will zahlt mittels Auflegen. Ein Chip überträgt dabei drahtlos die Information und nach der Eingabe seines PIN-Codes (unter 25 Euro auch ohne Code) wird bezahlt. Da diese so genannte NFC (Near-Field-Communication-)Technologie auf unterschiedlichen Endgeräten genutzt werden kann, muss es nicht einmal mehr eine Karte sein, auch das Smartphone wird zur Geldbörse - oder die Uhr. Alle heimischen Banken haben in ihrem Portofolio schon Applikationen für mobiles Bezahlen am Handy. Dies erklärt auch, warum in letzter Zeit immer mehr Anwender ihre Smartphones zum Bezahlterminal halten. Die größte Schwierigkeit dabei ist, dass man vor lauter unterschiedlichen Bankomatkassen nicht mehr weiß, ob und wo man seine Karte stecken, hinhalten, drüberziehen oder davorhalten soll.


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Noch vielfältiger und unübersichtlicher ist hingegen der Online-Handel: hier werden mittlerweile unzählige Bezahlmöglichkeiten angeboten. Neben dem, immer noch sehr beliebten, Kauf auf Rechnung, mischen nun auch große Onlinekonzerne und Fintech-Unternehmen im Feld des mobile Payment mit den Banken mit. Der Start von Apple Pay zum Weihnachtsgeschäft in Deutschland zeigt, dass nun auch Europa für die Bezahldienste von Google, Apple und Amazon interessant und lukrativ wird.

Die Lücke füllen

Kunden, die keine Kreditkarte besitzen waren bis jetzt von vielen Angeboten im Online-Handel ausgeschlossen. Nicht jedes Unternehmen bietet die Möglichkeit auf Rechnung oder per Online-Überweisung zu kaufen an, somit mussten Amazon, Apple und Google ihre eigenen Systeme entwickeln. Die bekannten Gutscheinkarten waren der Beginn der Überlegungen. Diese ermöglichen den Einkauf in einem geschlossenen System. Nun geht es darum, die Grenzen zu überwinden und neue Geschäftsfelder zu eröffnen. Wer mit Apple Pay oder auch Google Pay mobil bezahlen will, muss sein Smartphone an einem NFC-fähigen Kassenterminal halten. In einer App muss eine Debit-oder Kreditkarte hinterlegt sein. Die in Deutschland verbreiteten Girokarten (EC-Karten) werden bisher nicht berücksichtigt. Um den Bezahlvorgang zu starten, muss sich der Einkäufer auf seinem Apple-Gerät zuvor per Fingerabdruck oder Gesichtsabgleich identifizieren.