Wien. (kle) Die Zahl der Börsengänge ist heuer zwar weltweit um mehr als ein Fünftel auf 1359 geschrumpft. Das Gesamtvolumen der IPOs (Initial Public Offerings) ist aber dank einiger Mega-Transaktionen wie des noch bevorstehenden 21-Milliarden-Dollar-IPO der Softbank-Mobilfunktochter gegenüber 2017 um sechs Prozent auf knapp 205 Milliarden Dollar (179,4 Milliarden Euro) gestiegen. Dies hat das Beratungsunternehmen EY für eine aktuelle Studie erhoben.

In Österreich wird das heurige Jahr ohne Börsengang zu Ende gehen, nachdem die Wiener Biotech-Firma Marinomed ihr IPO wegen der zuletzt stark eingetrübten Börsenstimmung vorläufig abgeblasen hat. Der Börsengang der Bawag im Oktober 2017 bleibt somit der vorerst letzte in Wien.

IPO-Markt China schwächelt

Während der chinesische IPO-Markt (inklusive Hongkong) heuer sogar einen Rückgang um 49 Prozent auf 307 Transaktionen aufweist und die IPO-Aktivitäten in Europa um 16 Prozent auf 228 zurückgingen, legte der US-Markt gegen den weltweiten Trend zu - um 14 Prozent auf 205, so EY. In China und Hongkong wurde aber - trotz der stark gesunkenen Zahl von Börsengängen - ein Wachstum des Emissionsvolumens um 13 Prozent auf 57 Milliarden Dollar verzeichnet. In den USA stiegen die Emissionserlöse sogar um 31 Prozent auf 53 Milliarden Dollar. Auf dem europäischen Markt hingegen nahmen Börsenneulinge nur noch 39 Milliarden Dollar ein - um 17 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der deutsche IPO-Markt entwickelte sich entgegen dem europäischen Negativtrend positiv und erreichte 2018 trotz einiger abgesagter oder verschobener Börsengänge beim Emissionsvolumen den höchsten Stand seit 2000. An deutschen Börsen gab es heuer 18 Börsengänge, das Emissionsvolumen hat sich gegenüber 2017 von 3,1 Milliarden auf 13,5 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht.

Der heuer weltweit größte Börsengang ist mit voraussichtlich 21,1 Milliarden Dollar das IPO der Mobilfunktochter des japanischen Technologieriesen Softbank. Erstnotiz soll am 19. Dezember sein.

Nach Schätzung von EY wird es 2019 wegen der zunehmend volatilen Aktienmärkte weltweit weniger IPOs geben als 2018 - voraussichtlich 1150 bis 1300. Das Emissionsvolumen dürfte indes mindestens auf dem Vorjahresniveau liegen - vor allem dank des anhaltend starken US-Markts.