Linz/Wien. Viele Österreicher gehen wegen psychischer Erkrankungen vorzeitig in Pension. Depressionen und Burnout verursachen dem Gesundheitswesen und der Wirtschaft aufgrund der Krankenstände hohe Kosten. Aber selbst recht einfache vorbeugende Maßnahmen gegen Burnout zeigen große Effekte zur Senkung der Folgekosten.

Das zeigt eine neue Studie, die am Mittwoch in Linz vorgelegt wurde. Darin wurde hochgerechnet, dass sich Österreichs Gesundheitswesen 2,934 Milliarden Euro an Kosten durch Präventivmaßnahen wie Mentaltraining ersparen könnte. Dabei handelt es sich um die wahrscheinliche Variante, wenn nur Personen, die ihren psychischen Gesundheitszustand schon negativ einschätzen, vorbeugende Maßnahmen in Anspruch nehmen. Vorbeugung rechnet sich demnach auf jeden Fall. Für die Wirtschaft werden die möglichen Spareffekte bei Krankenständen dabei mit 2,1 Milliarden Euro beziffert.

Die Studie wurde im Auftrag der Initiative Wirtschaftsstandort Oberösterreich (IWS) von Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider und Elisabeth Dreer von der Universität Linz in Kooperation Pro Mente Oberösterreich und einem Mentaltrainer durchgeführt. In drei großen Unternehmen in Oberösterreich haben 67 Mitarbeiter teilgenommen: 33 davon mit Maßnahmen zur Burnout--Prävention in Form von Mentaltrainings, 34 Personen als "Kontrollgruppe" ohne solche Hilfe.

Bei der Hälfte Verbesserungen durch Mentaltraining

Die Ergebnisse wurden für Österreich hochgerechnet. Und zwar für jene 44 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 70 Jahren (rund 2,6 Millionen Personen), die sich selbst laut eneiner repräsentativen Befragung in einer psychisch belasteten Situation sehen.

In den drei Testunternehmen zeigte sich bei jenen, die Mentaltraining in Anspruch nahmen, eine eindeutige Verbesserung der psychischen Gesundheit. Bei der Hälfte (51 Prozent) gingen die Risikomuster (Überanstrengung, Burnout) zurück, bei der Gruppe ohne Mentaltraining blieb der Anteil stabil.

Bei der Hochrechnung auf die österreichweit 44 Prozent Personen, die sich psychisch belastet fühlen, wurden drei Formen unterschieden. Bei 19 Prozent (1,1 Millionen Menschen) ist die Situation problematisch, 17 Prozent (eine Million Menschen) befinden sich in einer Vorstufe zum ‚Burnout und weitere acht Prozent (500.000 Personen) sind schon im Erkrankungsstadium.