Ab 1. Jänner tritt die neue Hinzurechnungsbesteuerung für Gewinne ausländischer, niedrig besteuerter Tochtergesellschaften in Kraft. - © Adobe/motortion
Ab 1. Jänner tritt die neue Hinzurechnungsbesteuerung für Gewinne ausländischer, niedrig besteuerter Tochtergesellschaften in Kraft. - © Adobe/motortion

Das Steuerrecht für Unternehmen wartet auch 2019 wieder mit einigen Neuerungen auf. Sie reichen vom Familienbonus über nun in Österreich zu besteuernde Einkünfte von Töchterunternehmen in Niedrigsteuerländern bis hin zu kürzeren Fristen bei der Wegzugsbesteuerung.

Familienbonus statt Kinderbetreuung absetzen

Ab 2019 werden der Kinderfreibetrag und die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten durch den Familienbonus ersetzt. Bisher betrug die maximale Steuerersparnis 1.370 Euro pro Kind bis zum zehnten Lebensjahr. Künftig können die Steuern um 1500 Euro pro Kind bis zum achtzehnten Lebensjahr sowie um 500 Euro pro Jahr für ein volljähriges Kind reduziert werden.

Voraussetzung für den Familienbonus ist der Bezug der Familienbeihilfe oder geleistete Unterhaltszahlungen für Kinder, außerdem ein Wohnsitz des Kindes in Österreich. Für Kinder, die in einem EU- und EWR-Land oder in der Schweiz leben, wird der Familienbonus indexiert, also an die Lebenserhaltungskosten des Landes angepasst. Für Kinder, die in einem Drittstaat außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz leben, steht der Bonus nicht zu.

Der Familienbonus kann entweder zur Gänze von einem Elternteil oder von beiden Eltern zu je 50 Prozent geltend gemacht werden. Dieser kann entweder mit einer Arbeitnehmerveranlagung oder der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Er kann allerdings auch bereits unterjährig bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt werden, wenn dem Arbeitgeber ein ausgefülltes Formular vorgelegt wird. Das dafür benötige Formular E30 steht seit Dezember auf der Homepage des Finanzministeriums zur Verfügung.

Beide arbeiten bei der SOT Süd-Ost Treuhand Libertas Intercount Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Gesellschaft m.b.H.
Beide arbeiten bei der SOT Süd-Ost Treuhand Libertas Intercount Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Gesellschaft m.b.H.

Neues Recht für Einkünfte in Niedrigsteuerländern

Ab 1. Jänner 2019 tritt die neue Hinzurechnungsbesteuerung für Gewinne ausländischer, niedrig besteuerter Tochtergesellschaften mit Passiveinkünften in Kraft. Zu solchen Passiveinkünften zählen insbesondere Zinsen, Lizenzgebühren, Dividenden, sowie Einkünfte aus Anteilsveräußerungen, sofern diese bei der beteiligten Körperschaft steuerpflichtig wären, aber auch Einkünfte aus Finanzierungsleasing und gewissen finanziellen Tätigkeiten. Erzielt die Tochtergesellschaft mehr als ein Drittel ihrer Einkünfte aus Passiveinkünften, beträgt die tatsächliche Steuerbelastung im Ausland nicht mehr als 12,5 Prozent.