Wien. (apa/kle) Mehr als ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat erst ein Viertel der österreichischen Unternehmen die Anforderungen der EU-Verordnung vollständig umgesetzt, zwölf Prozent sind dabei erst am Anfang. Dies hat eine Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte ergeben.

"Zwar hat nur ein Viertel der Unternehmen die Verordnung bereits vollständig umgesetzt, fast zwei Drittel befinden sich aber auf einem guten Weg", sagt Andreas Niederbacher von Deloitte Österreich. "In erster Linie sind es rechtliche Unklarheiten bei der EU-DSGVO, die bei vielen zu Verunsicherung führen", sagt Niederbacher. Auch die Umsetzung von Löschfristen bereite den Unternehmen Schwierigkeiten.

Einsatz eigener
Datenschutzbeauftragter

An der Online-Befragung haben im Dezember insgesamt 212 Unternehmensvertreter in leitender Position teilgenommen. Rund die Hälfte von ihnen waren in Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten tätig.

Laut Umfrage hatten die Unternehmen vor dem Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 nur sehr wenige Anfragen in Bezug auf Auskunft und Löschung von Daten - daran hat sich auch kaum etwas geändert. Zukünftig erwarten sie allerdings mehr Anfragen und Kontrollen und eine intensivere Kommunikation mit den zuständigen Behörden. Deshalb haben drei Viertel der Unternehmen bereits eigene Datenschutzbeauftragte eingesetzt, 60 Prozent haben sich zur Unterstützung bei rechtlichen und technischen Fragen externe Experten geholt.