Wien. (apa) Die Lohnverrechnung für Unternehmen ist seit 1. Jänner vereinfacht. Mit der "monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung" wird die Bürokratie für die Meldungen an die Sozialversicherung stark reduziert. Profitieren sollen davon nicht nur die rund 360.000 Dienstgeber, sondern auch die 3,8 Millionen Dienstnehmer.

Laut Berechnungen des Finanzministeriums werden sich die Betriebe dadurch rund 300 Millionen Euro jährlich ersparen, erläuterten der Vorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Alexander Biach, und der für das Projekt zuständige stellvertretende Generaldirektor Volker Schörghofer am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die Sozialversicherung soll sich jährlich 7,6 Millionen Euro ersparen, womit die Investitionskosten nach zwei Jahren amortisiert sein sollen.

16 statt 450 Tarifgruppen

Bisher mussten die Betriebe monatlich einen Beitragsnachweis für den Betrieb an die Sozialversicherung übermitteln, wo alle Mitarbeiter einer Gruppe zugeordnet wurden. Mit einem 100-seitigen Handbuch für rund 450 Beitragsgruppen war das für die Betriebe sehr kompliziert. Zusätzlich musste bis Februar für das vergangene Jahr pro Versicherten ein Lohnzettel mit dem jährlichen Beitragsgrundlagennachweis übermittelt werden. Da diese Daten nicht immer übereingestimmt haben, musste rückwirkend kontrolliert und nachverrechnet werden. Das dauert oft bis in den Oktober, weil bei Unklarheiten oft nachtelefoniert werden musste.

Dieses System wird nun ersetzt durch eine monatlich Beitragsgrundlagenmeldung pro Versichertem im Betrieb. Statt der 450 Beitragsgruppen gibt es nun ein neues Tarifsystem mit nur noch 16 Gruppen auf 18 Seiten. Auch die Anmeldung neuer Mitarbeiter wurde für die Unternehmen vereinfacht. Das System erkennt nun über ein elektronisches Clearingsystem Fehler automatisch.