Wien/Schwechat/Frankfurt. Die AUA sieht sich einer zunehmend schärferen Konkurrenz durch Billigfluglinien wie Laudamotion, Level oder Wizz Air ausgesetzt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, will die Lufthansa-Tochter in den nächsten drei Jahren bis zu 230 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Airbus-Flotte von 36 auf 46 Maschinen investieren, wobei die 18 inzwischen veralteten und im Betrieb vergleichsweise teuren Dash-Turboprop-Flieger ausgemustert werden sollen. Daneben plant der neue Firmenchef Alexis von Hoensbroech aber auch, den Sparstift auszupacken. Und hier sind Jobs im Spiel, die in den Bundesländern wegfallen sollen.

Geplant ist, die Crew-Basen der Airline an den sechs regionalen Airports Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg in den nächsten zwei bis drei Jahren aufzulassen und nach Wien zu verlegen. Der Umbau betrifft rund 200 Mitarbeiter - konkret 50 Piloten und 150 Flugbegleiter. Ihnen soll angeboten werden, nach Wien zu kommen. Die bisherigen Deutschland-Flüge der AUA von den Landeshauptstädten - etwa nach Frankfurt, Düsseldorf oder Stuttgart - übernehmen in Zukunft die Lufthansa und deren Billigflieger Eurowings.

Der Aufschrei in den Bundesländern ist groß. Landespolitiker und Gewerkschafter warnten am Donnerstag vor einer "Standortvernichtung" und einer weiteren Schwächung der kleinen regionalen Airports.

Nun Luftfahrtgipfel geplant

Während da und dort bereits Rufe nach einem Sozialplan laut wurden, forderte vor allem Kärntens Landeschef Peter Kaiser (SPÖ) die AUA auf, ihre Pläne für die Kosteneinsparungen in den Ländern zurückzunehmen. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) erklärte, die Entscheidung der Airline sei zu akzeptieren. Indes will die Gewerkschaft Vida vor dem Hintergrund der Sparpläne Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft am 25. Jänner zwecks Arbeitsplatz- und Standortsicherung zu einem Luftfahrtgipfel in der ÖGB-Zentrale einladen.

Eigene Flugzeuge will die AUA an den heimischen Regionalflughäfen nach Abzug der jeweiligen Crews künftig klarerweise ebenfalls nicht mehr stationiert haben. Dabei spielen Produktivitätsgründe eine Rolle. Wie Hoensbroech in einem Pressegespräch erläuterte, wolle die AUA ihre Marktposition am Hub in Wien-Schwechat stärken. Wenn die Airline ihr Linien-netz nur noch von Wien heraus befliege, sei es sinnvoll, wenn die Crews ihren Arbeitsplatz in Wien hätten.

Unterdessen ist vorerst ungewiss, wie viele der rund 200 betroffenen AUA-Mitarbeiter in den Bundesländern das Angebot einer Arbeitsstelle am Flughafen Wien annehmen werden. Hoensbroech hielt sich dazu am Donnerstag jedenfalls noch bedeckt.

Derzeit beschäftigt die AUA etwa 1200 Piloten und rund 3000 Flugbegleiter. In Summe - inklusive Bodenpersonal - sind es zirka 7100 Mitarbeiter.