• vom 18.01.2019, 17:55 Uhr

Österreich


Außenhandel

Lebensmittelexporteure wegen "Hard Brexit" in Sorge




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  • Die Verwerfungen am europäischen Agrarmarkt könnten größere Ausmaße haben als beim Russland-Embargo.

Berlin/Wien/London. (apa/red) Vor allem ein möglicher "Hard Brexit", ein ungeregelter EU-Austritt Großbritanniens, macht österreichischen Landwirtschaftsvertretern und Lebensmittelexporteuren gleichermaßen Sorgen. Befürchtet werden größere Verwerfungen, als dies bei den Russland-Sanktionen der Fall war. EU-Agrarkommissar Phil Hogan will in den kommenden Tagen Vorschläge für außergewöhnliche Maßnahmen bei einem "Hard Brexit" verkünden.

Der Brexit ist auf der weltgrößten Agrarmesse, der Grünen Woche in Berlin, ein beherrschendes Thema. Zwar betonen alle Agrar- und Nahrungsmittelhandelskenner, dass derzeit noch nicht abzuschätzen sei, was tatsächlich um den von Großbritannien geplanten EU-Austritt herauskommt. Allerdings sorgt dies zum Teil für noch größeres Kopfweh. "Meine dringende Bitte an die EU-Kommission ist, dass sich Brüssel dem Thema mit höchstem Engagement und höchster Sensibilität widmet", sagte der Chef des ÖVP-Bauernbundes, Georg Strasser, am Rande der Grünen Woche. "Ein ,Hard Brexit‘ könnte ein großes Problem bedeuten."


Strasser ging auf zwei Beispiele näher ein, die Milchwirtschaft und das Rindfleisch. Etwaige Zölle, die Großbritannien bei einem ungeregelten Austritt einführen könnte, seien nicht das größte Problem. "Vielmehr rechnen Experten damit, dass der Schaden durch eine Verwerfung der Milch- beziehungsweise Rindfleischmengen höher sein könnte als beim Russland-Embargo." Fällt Großbritannien als Abnehmer aus, so drängen die Mengen verstärkt in den EU-Markt. "Irland hat beim Rindfleisch 900 Prozent Eigenversorgung", erklärte Strasser exemplarisch. Ein ähnliches Beispiel sind Milchmengen aus Irland. "Das trifft die europäische und österreichische Molkereiwirtschaft direkt", so Strasser. "Die Folgen sind nicht abschätzbar, kommt es zu solchen Verwerfungen. Abfedernde Maßnahmen werden notwendig werden." Andere Agrarier nannten auch die Schweinefleischmengen aus Dänemark als ähnliches Problem.

Mehr Konkurrenzdruck droht
2018 sind die Agrar- und Nahrungsmittelexporte nach Großbritannien deutlich - um 19,7 Prozent - auf 220 Millionen Euro gestiegen. Als Grund nannte AMA-Chef Michael Blass vor Journalisten Vorziehkäufe wegen des Brexit. Er erwartet vor allem bei einem "Hard Brexit", dass sich die europäischen Exporteure auf den verbleibenden Märkten noch härter begegnen werden als bisher. "Die Situation schreit nach geordneten Verhältnissen", so Blass. Er hofft auf "eine gute Lösung".




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Dokument erstellt am 2019-01-18 18:08:31



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