- © M. Hirsch
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Wien. (apa/kle) Erstmals seit zehn Jahren steigt im Handel die Zahl der Lehrlinge wieder. 2018 gab es im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel um 4,6 Prozent mehr Lehranfänger als im Jahr davor. Handels-Obmann Peter Buchmüller sprach am Mittwoch von einer Trendumkehr. Als Grund dafür nannte er in einer Pressekonferenz neben der guten Konjunktur eine Imagekampagne der Wirtschaftskammer sowie höhere Lehrlingsentschädigungen. Insgesamt hatten die heimischen Handelsbetriebe zuletzt rund 15.000 Lehrlinge.

Im Einzelhandel waren 2018 in Summe rund 335.300 Menschen beschäftigt - um ein Prozent oder 3300 Personen mehr als 2017. Etwa die Hälfte der Beschäftigten arbeitet Teilzeit. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist zuletzt leicht gesunken.

Große Sprünge hat der Handel 2018 nicht gemacht. "Wir hatten drei gute Quartale und ein sehr schlechtes", so Buchmüller. Über alle Branchen gesehen stiegen die Umsätze im stationären Einzelhandel nominell um ein Prozent auf 71,7 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Inflation ergibt das für 2018 ein reales Minus von 0,5 Prozent.

Onlinehandel war dynamischer

Doch nicht alle Händler steigerten die Umsätze (nominell). Der KMU Forschung Austria zufolge erzielten nur 40 Prozent der Einzelhandelsbetriebe im vergangenen Jahr Zuwächse. 42 Prozent meldeten Rückgänge. Beim Rest blieben die Umsätze zumindest stabil.

Die Entwicklung im heimischen Internethandel war erneut dynamisch, obwohl sich dieser Trend etwas abflachte. Die inländischen Onlineshops kamen auf ein Umsatzplus von vier Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Nicht berücksichtigt werden Ausgaben von Österreichern bei ausländischen Händlern wie Amazon, Schätzungen zufolge sind dies zirka vier Milliarden Euro.

Wenig gelassen sehen die Interessenvertreter des Einzelhandels die Debatte rund um den Karfreitag, die durch ein EU-Gerichtsurteil aufkam. Sollte dieser Tag ein zusätzlicher Feiertag für alle werden, würde dies die gesamte Wirtschaft 600 Millionen Euro kosten, den Handel allein 80 Millionen Euro, schätzt die Wirtschaftskammer. "Wir hoffen auf eine Lösung, die den Handel und die Wirtschaft nicht belastet", sagte Buchmüller. Allerdings blieb er vage, wie diese aussehen könnte.