Wien. (apa/kle) Österreichs Industriefirmen blicken deutlich ernüchtert in das laufende Jahr. "Der Unterschied zu 2018 könnte kaum größter sein", sagte Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), am Mittwoch vor Journalisten. Trotzdem sei man nicht auf dem Weg in eine Rezession. Um den Abschwung abzufedern, fordert Neumayer das Vorziehen des geplanten Wirtschaftspakets um "mindestens ein Jahr".

Damit die Unternehmen Planungssicherheit haben, wolle er bis Jahresmitte wissen, wann welche Entlastungen kommen, sagte er bei der Präsentation des aktuellen Konjunkturbarometers. Vor allem pocht Neumayer auf eine rasche Senkung der Körperschaftsteuer (KöSt).

IV-Chefvolkswirt Christian Helmenstein erwartet nach der Hochkonjunktur einen Rückgang auf den "Potenzialwachstumspfad". Die derzeitige Geschäftslage wird von den Industriebetrieben etwas schlechter bewertet als im dritten Quartal 2018 (60 Punkte nach 61), die Geschäftserwartungen befinden sich mit einem Punkt im Minus (nach minus zwei Punkten).

Das Ende der Boomphase ist besonders bei den Auftragsbeständen abzulesen, die von 65 auf 58 Punkte sanken. Grund dafür seien vor allem schwache Order aus dem Ausland, heißt es bei der IV. Dementsprechend treten die Firmen bei der Ausweitung ihrer Produktion auf die Bremse. Die Firmen erinnerten sich an 2007 und 2008 und seien deshalb vorsichtig.