Wien/Linz. (apa/kle) Beim börsennotierten Linzer Stahltechnologie-Konzern Voestalpine hat sich der Gewinn in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende März) mehr als halbiert. Unter dem Strich brach das Ergebnis von 555,9 auf 275,7 Millionen Euro ein. Die schwächere Gewinnentwicklung spiegle neben der konjunkturellen Eintrübung auch die Auswirkungen negativer interner Einmaleffekte wider, sagte Firmenchef Wolfgang Eder.

Zunächst belastete im Sommer die Erneuerung eines Großhochofens in Linz, im Herbst kam es dann zu Betriebsstillständen im US-Werk in Texas. In Deutschland wiederum hat die Voestalpine schwerwiegende Kartellvorwürfe im Bereich Grobbleche am Hals, hohe Rückstellungen mussten gebildet werden. Zudem drückten "signifikant höhere Hochlaufkosten" am US-Automotive-Standort Cartersville den Gewinn.

Auch die Konjunktur spielt dem Konzern nicht mehr in die Hände. Nach einer "soliden wirtschaftlichen Entwicklung" im ersten Geschäftshalbjahr habe sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld im dritten Quartal eingetrübt. Erstmals seien auch die Auswirkungen der globalen Handelskonflikte deutlich zu spüren gewesen. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2018/19 hat die Voest Mitte Jänner (nach einer ersten Korrektur im Herbst) abermals gesenkt - statt eines operativen Gewinns von knapp einer Milliarde Euro sei nun mit 750 Millionen zu rechnen. Ursprünglich war der Konzern von 1,18 Milliarden ausgegangen.