• vom 11.02.2019, 16:02 Uhr

Österreich

Update: 11.02.2019, 16:20 Uhr

Infrastruktur

ÖBB setzen bei Innovation auf Partnerschaften




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  • Bundesvergabegesetz 2018 macht Entwicklung neuer Produkte mit Industriepartnern möglich.

- © apa/Roland Schlager

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Wien. (apa/kle) Im vergangenen Sommer ist das neue Bundesvergabegesetz in Kraft getreten. Seither sind auch sogenannte Innovationspartnerschaften möglich, bei der Beschaffung können benötigte neue Produkte oder Leistungen demnach gemeinsam mit den Lieferanten entwickelt werden. Die ÖBB haben ein solches Vergabeverfahren nun für ein digitales Parkplatz-Informationssystem für Park & Ride-Anlagen in Niederösterreich gestartet.

Wie Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Montag vor Journalisten erklärte, sei die Innovationspartnerschaft eines der elf im Bundesvergabegesetz 2018 vorgesehenen Vergabeverfahren. Die Innovationspartnerschaft könne gewählt werden, wenn ein Bedarf nach einem innovativen Produkt oder einer innovativen Dienstleistung bestehe und die Nachfrage nicht durch bereits bestehende Produkte, Waren oder Dienstleistungen befriedigt werden könne. "Zweck ist die Entwicklung und der anschließende Erwerb einer innovativen Leistung in einem Beschaffungsvorgang, also die Verschmelzung von Forschungs- und Entwicklungsphase in einem konkreten Projekt", so Hofer.


Alternative Antriebsmodelle
"Wir haben lange darum gekämpft, jetzt ist es endlich passiert", sagte Manfred Reisner, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie. "Wenn man früher mit einem innovativen Produkt in eine Ausschreibung gegangen ist, war es so, dass man immer befürchten musste, dass man später vom Wettbewerb ausgeschlossen wird." Der Anbieter des gemeinsam mit dem Beschaffer neu entwickelten Produkts habe ja einen Wissensvorsprung gehabt, der ausschreibungsrechtlich nicht erwünscht gewesen sei, so Reisner. Das neue Modell sei "sehr revolutionär, wir werden noch üben müssen, wie das funktioniert".

Laut ÖBB-Chef Andreas Matthä haben die Österreichischen Bundesbahnen 2018 rund 100 Innovationsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro initiiert, wovon 35 Millionen auf die Industrie entfielen und 25 Millionen auf die ÖBB. "Im Personenverkehr beschäftigen wir uns sehr stark mit alternativen Antrieben", sagte Matthä. So entwickle man derzeit als Alternative für nicht-elektrifizierte Strecken den "Cityjet eco", einen Elektrozug der auch batteriebetrieben fahren kann, damit Pendler auf Nebenstrecken nicht umsteigen müssen. Man sei auch dabei, alternative Antriebsmodelle für Verschubloks zu entwickeln und setze dabei stark auf Wasserstoff.

Neuer Master-Lehrgang
Für die Bahnindustrie seien Kooperationen mit den ÖBB und den Wiener Linien wichtige Referenzprojekte, betonte Reisner. Immerhin habe man eine Exportquote von 70 Prozent. Die heimische Bahnindustrie beschäftige in Österreich 9000 Menschen direkt und insgesamt rund 20.000 indirekt. Allerdings habe die Branche immer mehr Probleme, geeignete Nachwuchskräfte zu bekommen. Deshalb habe man gemeinsam mit der FH Technikum Wien den Master-Lehrgang "Rolling Stock Engineering" entwickelt. "Das gibt es europaweit noch nicht."




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Dokument erstellt am 2019-02-11 16:08:11
Letzte Änderung am 2019-02-11 16:20:46



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