• vom 12.02.2019, 18:14 Uhr

Österreich


EIB

Juncker-Plan brachte 1,4 Milliarden




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  • Zumtobl erhält EU-Forschungskredit. 1,4 Milliarden Euro flossen insgesamt nach Österreich.

Der heimische Leuchtenhersteller Zumtobel ist einer der Profiteure des Investitionsplans für Europa. - © apa/Barbara Gindl

Der heimische Leuchtenhersteller Zumtobel ist einer der Profiteure des Investitionsplans für Europa. © apa/Barbara Gindl

Wien/Luxemburg. (dg) Zumtobel, der heimische Lichtkonzern mit Sitz in Dornbirn, erhält von der Europäischen Investitionsbank (EIB) die zweite Tranche eines 80-Millionen-Euro-Finanzierungsprogramms. Am Dienstag zahlte die EIB 40 Millionen Euro aus, wie aus einer gemeinsamen Aussendung von Zumtobel und der EIB hervorgeht. Das Geld fließt in den Forschungs- und Entwicklungsbereich des Betriebs und soll Innovationen im Unternehmen befeuern.

Die Investition erfolgt im Rahmen des "Investitionsplans für Europa", auch Juncker-Plan genannt, der EIB-Gruppe. Diese besteht aus der EIB und dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI). Seit 2014, dem Beginn der Investitionsoffensive, gab es 20 Transaktionen in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro nach Österreich. Neben Zumtobel haben im Vorjahr 19 heimische Projekte Investitionen in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro von der EIB-Gruppe erhalten. Zu den Profiteuren des Programms gehören auch der heimische Motorrad- und Sportwagenhersteller KTM und der Halbleiterhersteller AMS.


Profiteure im EU-Süden
21 Prozent der zur Verfügung gestellten Mittel flossen in Innovationsprojekte, 30 Prozent in solche, die den Klimawandel bekämpfen, erklärte EIB-Vizepräsident Andrew McDowell am Dienstag bei einer Veranstaltung in Wien. Die EU-Bank ist schon seit 1993 in Österreich tätig und hat seitdem in Summe 25 Milliarden Euro investiert.

Dabei gehört Österreich eher nicht zu den Profiteuren der jüngsten Investitionsoffensive. Ende 2014 wurde der Juncker-Plan ins Leben gerufen. Im Zuge der Finanzkrise und der darauf folgenden Staatsschuldenkrise sollten die Investitionen in der EU und damit das Wirtschaftswachstum wieder angekurbelt werden.

Der Plan sieht vor, dass durch die Übernahme von Garantien durch den EFSI und günstige Kredite seitens der EIB Investitionen in der Höhe von 500 Milliarden Euro ausgelöst werden sollen. Bis Ende 2018 hat die EIB-Gruppe 70,4 Milliarden Euro im Rahmen von EFSI für 420 Finanztransaktionen genehmigt. Bisher sollen Investitionen in der Höhe von 335 Milliarden Euro ausgelöst worden sein. Das meiste Geld floss in die südlichen und östlichen EU-Staaten. Also in jene, die stärker von der Wirtschaftskrise betroffen waren.

"Wir stehen in einem globalen Innovationswettbewerb mit China, den USA, Japan", meint McDowell. Deshalb sei es notwendig, in neue, innovative und klimaschonende Projekte zu investieren, die sonst nur schwer an Kapital kämen. Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny warnt: "Der Investitionsbegriff muss heute viel breiter gefasst werden. Wir sehen eine Verschiebung der Bedeutung von materiellen zu immateriellen Investitionen", wie Humankapital und Forschung.

Der Europäische Rechnungshof sieht die Bilanz des Investitionsplans nicht ganz so positiv. Am Dienstag äußerte er Bedenken daran, dass tatsächlich Investitionen in der Höhe von 335 ausgelöst wurden. In einigen Fällen sollen die Folgeinvestitionen "übertrieben dargestellt worden sein", hieß es Ende Jänner seitens des Rechnungshofs.

Zudem kritisiert der Rechnungshof, dass eher reichere EU-Länder am meisten von der Investitionshilfe profitiert hätten. Das meiste Geld floss nach Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland. Österreich rangiert an 13. Stelle.




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Dokument erstellt am 2019-02-12 18:24:21



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