Wien. (kle) Schon länger steht in der Wirtschaft die Forderung nach einer steuerlichen Entlastung der Firmen im Raum. Die Industriellenvereinigung (IV) hat diese Forderung am Mittwoch bekräftigt. Konkret pocht sie auf eine zeitnahe Senkung der Körperschaftsteuer (KÖSt) in "spürbarem Ausmaß". wie IV-Generalsekretär Christoph Neumayer vor Journalisten sagte. Aktuell liegt die KÖSt, die Steuer auf Unternehmensgewinne, bei 25 Prozent. "Damit bewegen wir uns deutlich über dem europäischen Durchschnitt von knapp 22 Prozent", so Neumayer.

Maßnahmen, um Österreich als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen (auch in steuerlicher Hinsicht), hat die Regierung für 2022 in Aussicht gestellt. Die Industrie verlangt eine Senkung der KÖSt aber schon früher. Dies würde die Eigenkapitalquote der Unternehmen stärken, zudem gäbe es dann Anreize für Investitionen, vor allem auch für ausländische Direktinvestitionen. Von all dem würden auch die Beschäftigten bei den Löhnen und Gehältern profitieren, meinte Neumayer.

Auch Aktienforum hat Wünsche

Um ihre Forderung zu untermauern, hat die Industriellenvereinigung beim Wifo eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit den Quellen der Unternehmensfinanzierung in Österreich befasst. Das Ergebnis: Heimische Firmen finanzieren sich zu je einem Drittel über Eigenkapital und Bankkredite. Danach folgt der Kapitalmarkt (Börsengänge, Anleihen etc.), allerdings weit abgeschlagen. Indes liegen neue Formen der Finanzierung wie Crowdfunding, Business Angels, Private Equity oder Venture Capital mit unter einem Prozent derzeit noch unter der Wahrnehmungsschwelle.

Das Fazit des Wifo-Fachmanns Thomas Url lautet daher nicht unbedingt überraschend, dass sich die hiesige Wirtschaft "überwiegend über konventionelle Instrumente finanziert". So wie Url hält auch der Chef des - der IV nahestehenden - Aktienforums, Robert Ottel, eine Entlastung bei der KÖSt für unumgänglich, um den Aufbau von Eigenkapital zu begünstigen. Er sprach sich auch für eine Senkung der Kapitalertragsteuer auf Dividenden von 27,5 auf 25 Prozent aus und für die Wiedereinführung der einjährigen Spekulationsfrist, nach deren Ablauf Kursgewinne bei Aktien steuerfrei sind. Dies, so Ottel, würde den Kapitalmarkt beleben.