- © M. Hirsch
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Wien. Am Freitag fiel der Startschuss für die neue Staatsholding. Die Strukturen, die vor vier Jahren von der rot-schwarzen Vorgängerregierung geschaffen wurden, sind damit Geschichte. Anders als die Öbib, die eine weisungsgebundene GmbH war, ist die neue Beteiligungsholding des Bundes, die unter dem Kürzel Öbag firmiert, nun wieder eine AG, eine Aktiengesellschaft, wie es schon die frühere ÖIAG war. Damit hat sie auch wieder einen Aufsichtsrat, der sich am Freitag nach dem Umwandlungsbeschluss der Generalversammlung konstituierte. Vier Kapitalvertreter sind via ÖVP-Ticket eingezogen, zwei über ein FPÖ-Ticket, wobei die Volkspartei den Präsidenten stellt und die Freiheitlichen dessen Stellvertreter stellen.

Den Vorsitz im neunköpfigen Kontrollgremium führt der Wiener Spitalsmanager Helmut Kern. Seine Stellvertreter sind Günther Helm, Ex-Hofer-CEO und künftiger Chef der deutschen Drogeriekette Müller, sowie der oberösterreichische Wärmepumpen-Unternehmer Karl Ochsner, der Trauzeuge von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Daneben sitzen aufseiten der Kapitalvertreter auch die Tiroler Managerin Iris Ortner, die ehemalige Kathrein-Bank-Chefin Susanne Höllinger und der frühere Strabag-Vorstand und jetzige Immobilienunternehmer Christian Ebner im Aufsichtsrat der Öbag. Die Arbeitnehmerseite hat Christine Asperger, Helmut Köstinger und Werner Luksch in das Gremium entsandt.

Ihre Zentrale hat die Staatsholding weiterhin in der Wiener Dresdner Straße. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Ihre Zentrale hat die Staatsholding weiterhin in der Wiener Dresdner Straße. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

Noch vakant ist indes der Posten des Öbag-Vorstands, die Ausschreibung ist aber bereits erfolgt. Als heißer Kandidat wurde zuletzt immer wieder Thomas Schmid, Generalsekretär im Finanzministerium und enger Vertrauter von Bundeskanzler Sebastian Kurz, kolportiert. Interimistisch hat Prokurist Walter Jöstl in der Öbag das Chefamt übernommen, Jöstl war schon bei der Öbib nach dem Ausscheiden von Martha Oberndorfer im Vorjahr als Geschäftsführer eingesprungen.

Größeres Beteiligungsportfolio

Aufgewertet ist die Staatsholding in ihrer neuen Form durch eine Vergrößerung ihres Beteiligungsportfolios. Zu den nennenswerten Beteiligungen - OMV, Telekom Austria, Post und Casinos Austria - ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) dazugekommen. Indirekt ist auch der Verbund unter dem Holdingdach. Indirekt deshalb, weil das Finanzministerium für die Republik Österreich zwar weiterhin den 51-Prozent-Anteil an dem Stromerzeuger hält, die Öbag diese Beteiligung aber über einen Managementvertrag verwalten wird.

Das Portfolio der Staatsholding wächst dabei auf mehr als 23 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die Beteiligungsunternehmen rund 102.000 Menschen.