Wien. Top oder Flop? Wenn in einem Unternehmen aus einer Idee eine Innovation entsteht, heißt das noch lange nicht, dass das neue Produkt oder die neue Technologie am Markt besteht. Neben zahlreichen Erfolgsgeschichten gibt es eine noch größere Anzahl an Innovationen, die trotz großen Einsatzes von Personal und Geld scheitern und deren Misserfolg auf den unterschiedlichsten Gründen basiert.

Bei der Magnetschwebebahn Transrapid, einst als Wunderwerk der deutschen Hightech-Industrie gepriesen, war es eine ganze Serie von unglücklichen Ereignissen, die das Prestigeprojekt nach jahrelangen Vorarbeiten zu Fall brachten. Ausufernde Kosten, Konkurrenz durch den Hochgeschwindigkeitszug ICE, die Verbilligung des Flugverkehrs und ein Unfall, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen, führten dazu, dass der Transrapid über die Testphase nicht hinauskam.

Mit Open Innovation einen anderen Weg gehen

Johann Füller, Chef der Innovationsagentur Hyve. - © privat
Johann Füller, Chef der Innovationsagentur Hyve. - © privat

Auf der Mülldeponie der gescheiterten Innovationen lagern auch unzählige Produkte für den Normalverbraucher, die es zwar in die Regale schafften, denen der kommerzielle Erfolg jedoch versagt blieb. So wurden etwa von Apples Spielkonsole "Pippin" von 1995 bis 1997 nur 42.000 Stück verkauft. Das Gerät, im Vergleich mit der damals aufkommenden Playstation von Sony zu leistungsschwach und zu teuer, verschwand nach zwei Jahren sang- und klanglos wieder vom Markt - ein Schicksal, das in den 1990er Jahren auch zahlreiche andere Spielkonsolen ereilte.

Die Liste ließe sich noch lang fortführen, vor allem im Bereich der Konsumgüterindustrie. Dort entwickeln sich rund 70 Prozent der Innovationen zu Flops, weiß Johann Füller. Er ist CEO der im Jahr 2000 gegründeten Innovationsagentur Hyve AG mit Sitz in München, die seit dem November des Vorjahres auch eine Österreich-Tochter hat, die von Michael Maier geführt wird.

Der Name Hyve leitet sich vom englischen Wort für Bienenstock - hive - ab, und auch das Logo des Unternehmens sieht wie ein Bienenstock aus. Füller und sein Team unterstützen ihre Kunden dabei, besser und auch anders zu "innovieren". Anders heißt, nicht mehr hinter verschlossenen Türen an Lösungen tüfteln, sondern in einem offenen Prozess gemeinsam mit externen Partnern: Mit Kunden und Mitarbeitern, Lieferanten, Start-ups und Universitäten. "Open Innovation" auszuprobieren, bedeute, den Blick von außen zuzulassen, so Füller.

Seit dem 2000 hat Hyve eine Reihe namhafter Unternehmen beraten, darunter ist auch der deutsche Konsumgüterriese Beiersdorf. "Beiersdorf wollte ein neues Deo auf den Markt bringen und ist zu uns gekommen", erzählt Füller im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".