So wurden zum Beispiel 2017 50.000 Personen mehr beschäftigt als im Jahr davor. Vier von fünf neuen Stellen wurden aber mit ausländischen Staatsbürgern besetzt. Diese Personengruppe ist auch eher bereit, unter prekären Bedingungen zu arbeiten, und verhandelt selten einen Lohn über dem gesetzlich festgelegten Branchenkollektivvertrag. Und das führt naturgemäß auch nicht zu nennenswerten Lohnsteigerungen.

"Es ist für viele Betriebe derzeit wohl billiger, auf qualifiziertes Personal zu warten, als den Lohn zu erhöhen", sagt Zuckerstätter von der AK Wien. Dem widerspricht Martin Gleitsmann, Sozialsprecher der WKO: "Wir haben zuletzt sehr hohe Lohnabschlüsse erzielt. (Für die Metaller gab es ein Plus von 3,5 Prozent, für die Sozialberufe eines von 3,2 Prozent, Anm.) Außerdem wurde der Mindestlohn auf 1500 Euro erhöht." Auch Lehrlinge würden nun deutlich besser verdienen.

Unattraktive Bedingungen

Dass viele Stellen unbesetzt blieben, liege zum einen am "Ost-West-Gefälle". Betriebe in den westlichen Bundesländern haben Probleme, offene Stellen zu besetzen, während in den östlichen Bundesländern die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig höher ist. Oft liegt der Personalmangel aber auch an den an unattraktiven Arbeitsbedingungen. Damit kämpfen etwa Gastronomie und Pflegeberufe. Die lange Arbeitszeit, körperlich schwere Arbeit und Nachtarbeit schrecken ab. Und oft scheitert es schlicht an der Qualifikation der Bewerber. Knapp die Hälfte der als arbeitslos gemeldeten Personen haben höchstens einen Pflichtschulabschluss. Auf der aktuellen Liste der Mangelberufe finden sich aber neben Pflegern Techniker, IT-Fachleute und Maschinenbauingenieure.

Während im Schnitt 70 Prozent der offenen Stellen beim AMS binnen eines Monats nachbesetzt werden können, dauert es in manchen Berufen deutlich länger. Knapp die Hälfte der betroffenen Betriebe haben zum Beispiel im Vorjahr im Schnitt drei Monate nach einem Dreher gesucht. 26 Prozent der offenen Stellen für Maschinenbauingenieure wurden nach frühestens drei Monaten besetzt.