Wien. (ede/pech) Österreich hat mehr zu bieten als schöne Seen, Berge und Walzerseligkeit, sondern punktet auch als Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Vorteilen. Davon wollte die österreichische Bundesregierung am Mittwoch bei der zweiten Auflage der Veranstaltung "#InvestInAustria" rund 100 internationale Top-Manager aus 16 Ländern und drei Kontinenten überzeugen. Mit von der Partie waren unter anderem Entscheidungsträger großer Unternehmen wie TUI, Lukoil und die Müller-Handelskette. Im Vorjahr konnten bei dem Networking-Event Investitionen in Höhe von 380 Millionen Euro an Land gezogen und 450 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz vor Journalisten.

Der Regierung werde zu Unrecht vorgeworfen, sie agiere arbeitnehmerfeindlich, betonte Infrastrukturminister Norbert Hofer. Sie sei vielmehr "standortfreundlich." So würden in den nächsten Jahren 13,9 Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur investiert.

Österreich sei ein starker und innovativer Wirtschaftsstandort mit einem hohen Industrieanteil, breit diversifizierten Unternehmen und zahlreichen "Hidden Champions", sagte Kurz vor den Unternehmensvertretern. In puncto Wirtschaftswachstum habe sich Österreich 2018 im Spitzenfeld der EU befunden, die Arbeitslosigkeit sei zurückgegangen. Nicht zuletzt schaffe die hohe Rechtssicherheit gute Rahmenbedingungen für Investoren.

"Wir sind uns bewusst, dass es Standorte gibt, die an Attraktivität aufholen", so Kurz. Die Bundesregierung wolle daher alles tun, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs weiter zu verbessern. Er sprach dabei insbesondere den Bereich Deregulierung an.

40 Übererfüllungen von EU-Vorgaben werden gekippt

Zuvor hat die Regierung im Ministerrat ein Paket von Gesetzesanpassungen beschlossen. Rund 40 Übererfüllungen von EU-Vorgaben, das sogenannte "Gold Plating", sollen damit beseitigt werden, erklärte Justizminister Josef Moser (ÖVP). Dabei geht es vor allem um Mitteilungs-, Melde-, Zulassungs- und Prüfpflichten. Soziale Standards würden keinesfalls gesenkt. Im zweiten Halbjahr soll dann der zweite Schritt erfolgen.

"Um unnötige Bürokratielast abzubauen, fallen nun Übererfüllungen weg, die keinen Sinn haben", sagte Moser. Bürokratischer Aufwand für Bürger und Unternehmer werde damit beseitigt.