Wien. Burger King wächst in Österreich mit einem Schlag um 14 Standorte und 330 Mitarbeiter. Der österreichische Franchisnehmer TQSR der US-Fastfoodkette hat am Mittwoch den Kauf des insolventen Raststättenbetreibers Rosenberger verkündet. TQSR legt 40 Millionen Euro auf den Tisch, davon werden 30 Millionen Euro in die Autobahnraststätten investiert, der Rest geht an die Gläubiger, hieß es von Creditreform.

Der Transaktionswert inklusive übernommener Nettofinanzverbindlichkeiten betrage rund 9 Millionen Euro, teilte TQSR mit. Das Unternehmen steht im Eigentum der Theophil Group der Familie des Wiener Wirtschaftsanwalts Dieter Spranz und ist Masterfranchisenehmer der aktuell 50 Burger-King-Filialen in Österreich. 20 Restaurants betreibt TQSR selbst.

Burger King will an der Marke Rosenberger festhalten, geplant ist auch ein eigener "Rosenburger". TQSR will auf ein Konzept mit mehreren Marken setzen. Rosenberger soll dabei "zukünftig für gehobene österreichische Küche im Rahmen eines modernen systemgastronomischen Konzepts" stehen. Für die Kunden sichtbar werden sollen die ersten Änderungen binnen eines Jahres. Nach zwei Jahren soll der Umbau abgeschlossen sein.

Kooperationsplan seit 2017

Burger King und Rosenberger hatten bereits Anfang 2017 ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Es war geplant, dass sich Burger King in den Rosenberger-Raststätten einmietet. Wegen der finanziellen Schwierigkeiten von Rosenberger lag die geplante Kooperation aber auf Eis. "Die Übernahme unseres bisherigen Joint Venture Partners Rosenberger ermöglicht uns, endlich die geleisteten Vorarbeiten aufzugreifen und die Umsetzung des in vielen anderen europäischen Ländern erfolgserprobten Multibrand Konzepts konkret anzugehen", erklärte TQSR-Chef Hartmut Graf in einer Mitteilung.

Unter Dach und Fach gebracht werden soll der Rosenberger-Kauf am 12. März. Der Burger-King-Franchisenehmer finanziert die Quote von 20 Prozent. Im Zuge des Insolvenzverfahrens hatten 683 Gläubiger, darunter 420 Dienstnehmer, Forderungen in der Höhe von 23,7 Millionen Euro angemeldet.

Abschied von zwei Standorten

Rosenberger war im Dezember mit 17 Standorten und mehr als 600 Mitarbeitern pleitegegangen. Die Raststätte in Ampass (Tirol) wurde vom Masseverwalter im Jänner dauerhaft geschlossen, jene in Haag soll nach einer Renovierung wieder eröffnet werden. Von TQSR aufgegeben wird darüber hinaus die Raststätte Lindach in Oberösterreich mit 19 Mitarbeitern. Weitere Schließungen oder ein zusätzlicher außerordentlicher Personalabbau nach Abschluss des Sanierungsverfahrens sei nicht geplant, hieß es.

Bis vor kurzem hatte Rosenberger mehrheitlich chinesischen Investoren gehört. Diese haben ihre Anteile an der Rosenberger-Holding nach der Insolvenz der Tochtergesellschaften jedoch an den Wiener Unternehmensentwickler Connexio verkauft.